log in      
  Aktuell
  Über uns
  vor Ort
  im Betrieb
  Kontakt
  Direkte Aktion
  Texte
  fau
  Anarcho - Syndikalismus
  Arbeits- gesellschaft
  Biographien
  Eine Welt
  Historie
  Texte zur Kritik der DGB Gewerkschaften
  spanische Revolution
  Sitemap
  Links

IT´S TIME TO ORGANIZE

Die FAU ist eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation, die aus lokalen Syndikaten und Gruppen besteht. Wo es welche gibt, erfährst du im Verzeichnis vor Ort oder im Betrieb.
Infos wie Du bei uns mitmachen kannst, findest Du in unseren neuen Statuten und bei Über uns

 

KOSTENLOSES PROBEHEFT?

Einfach mal 'ne richtig gute Zeitung lesen.
Infos zu unserer Zeitung gibt es unter Medien.

 

FAU-NEWS AUF DEN SCHREIBTISCH?

Du willst die jeweils 10 aktuellsten Meldungen von www.fau.org immer aktuell auf dem Schreibtisch haben oder sie in deine eigene Website einblenden? Kein Problem mit unserem neuen RSS-Newsfeed.


Wie du an einen RSS-Reader kommst, erfährst du z.B. hier.

 

OPEN SOURCE

Diese Website ist auf der Basis des Open Source Web- Applicationservers ZOPE programmiert, der kostenlos unter www.zope.org heruntergeladen werden kann.

 

 

 

 


Archiv - 10.03.08 von Hansi Oostinga

Wolf, Enno (1903-?)

Freie Arbeiter-Union Deutschlands

Enno Wolf wurde am 30. August 1903 geboren. Über sein Leben ist nur wenig bekannt. 1926 hielt er eine Rede auf dem Bundestag der Arbeiterschützen. Er war Mitglied der Kasseler Ortsgruppe der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD).

Die FAUD hatte ein radikaleres Selbstverständnis als die dominierenden Gewerkschaftsorganisationen der Weimarer Republik. Für die Anarchosyndikalisten war die Gewerkschaft die entscheidene Kampforganisation der Arbeiterklasse, die letzlich den Kapitalismus mittels eines Generalstreiks überwinden sollte. Sie lehnte politische Parteien und den Parlamentarismus ebenso ab wie zentralistische Funktionärsapparate und baute auf die selbsttätige, unvermittelte, direkte Aktion der Arbeiterklasse.

Anders als in anderen Regionen, konnte die FAUD in Kassel nie wirklich Fuß fassen, sie verfügte nie über mehr als drei dutzend Mitglieder, die zudem überwiegend erwerbslos waren. Sie war in Kassel letztlich “eine propagandistische Gruppe für den Syndikalismus”. (Bericht Willi Paul) Die Kasseler Anarchosyndikalisten organisierten Veranstaltungen und druckten Plakate, Flugblätter und Zeitungen. Mit großem Enthusiasmus vertrieben sie auch Zeitungen, die sie von der Geschäftskommission der FAUD aus Berlin bezogen. Ein anderes Mitglied der Kasseler FAUD, Willi Paul, berichtet beispielsweise vom Verkauf des “Syndikalist”: “Wir standen fast jeden Tag, aber hauptsächlich Sonnabends auf der Königstraße. Und verkauften. Oft ging er wie frische Semmeln weg und dann bestellten wir sofort telegrafisch neue – wir waren so fasziniert von der Bewegung!”. (Bericht Willi Paul)

Einzig in der Kasseler Erwerbslosenbewegung konnte die FAUD einen größeren Einfluß ausüben. In den Erwerbslosenkomitees, an denen sich auch Sozialdemokraten und Kommunisten beteiligten, nahmen neben Enno Wolf die Kasseler Anarchosyndikalisten Willi Paul und Fred Schröder führende Positionen ein. In der Wohnung von Enno Wolf wurde das gesamte Propagandamaterial der Kasseler Erwerbslosenbewegung geschrieben und gedruckt.

Ende 1930 gründeten die Kasseler Anarchosyndikalisten - wie andere FAUD-Gruppen auch - eine antifaschistische Kampforganisation: die “Schwarze Schar”. Am 15. Februar 1933 löste sich die Kasseler FAUD versorglich auf, um Geld- und Sachwerte vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu sichern, bestand aber illegal weiter. Die Kasseler FAUD-Mitglieder betrieben eine illegale Druckerei, stellten Zeiungen her und vertrieben diese. Es gab verdeckte Treffen und Solidartätssammlungen für inhaftierte Genossen.

Erst 1941 gelang es der Gestapo die FAUD in Kassel endgültig zu zerschlagen. Es kam zu mehreren Verhaftungen. Enno Wolf muß schon vorher verhaftet und ins Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert worden sein, da die politische Abteilung des Konzentrationslagers Sachsenhausen am 20. Dezember 1938 seine Entlassung anordnete, die dann auch am 22. oder 23. Dezember erfolgte. Vermutlich ist er dann aber erneut verhaftet worden. Nach Angaben von Willi Paul soll Enno Wolf im Konzentrationslager ums Leben gekommen sein.

Im Adressbuch der Stadt Kassel taucht er 1939 noch auf, 1940 wird seine Ehefrau als Witwe geführt.

Quellen

AS, D1 A/1022, Bl. 595.
Bericht Willi Paul, Informationsstelle zur Geschichte des Nationalsozialismus in Hessen, Univerität Kassel, 1979.
Mümken, Jürgen, Anarchosyndikalismus an der Fulda. Die FAUD in Kassel und im Widerstand gegen Nationalsozilismus und Faschismus. Mit einer Einleitung von Helge Döhring, Frankfurt a.M. 2004.
Mümken, Jürgen, Im Kampf gegen Hitler und Franco. Zum 25. Todestag des Spanienkämpfers Willi Paul, in: Direkte Aktion, Nr. 163, Mai/Juni 2004, S. 14.

Quellenangabe

Siegfried Mielke (Hrsg.) in Verbindung mit Günther Morsch: Gewerkschafter in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sachsenhausen. Biographisches Handbuch. Band 3, Berlin 2005, S. 578

  Suche: