VW Poznań: Mindestens 250 Entlassungen - und Überstunden bis zum Umfallen!

Unsere Schwestergewerkschaft IP fordert Wiedereinstellung und die Verlängerung der Verträge

Zwei Meldungen über Entlassungen bei VW Poznań des dortigen IP-Betriebsausschusses (https://www.facebook.com/IP.Volkswagen.Poznan):

„Bisher hat VWP 250 Arbeiter*innen mit Müllverträgen entlassen. Anhand der leeren Parkplätze kann man schlussfolgern, dass es bedeutend mehr Kündigungen gab. Aber das ist erst der Anfang. Die nächsten Entlassungen sind für Juli geplant, und in der Zwischenzeit hat die Fabrik ihr maximales Potenzial entfaltet und produziert die gleiche Anzahl von Autos wie vor der Pandemie.
Nach den Kündigungen fehlt es an Personal, und die Belegschaft muss zwölf Stunden arbeiten. Die Rückstände werden sogar Sonntagnacht wettgemacht. Wir schuften wie die Ochsen, und den Deutschen reicht es immer noch nicht. VWP beschäftigte 11.000 Arbeiter*innen. Derzeit sind es 10.000, und [der Vorstandsvorsitzende] Ocksen behauptet, dass es unmöglich ist, diese Zahl zu halten.
Wir sehen hier also eine Wiederholung der Geschichte. VWP nutzt die Weltlage wieder aus, um seine Gewinne zu steigern und unsere Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, so wie es 2009 geschah, als VWP eine große Zahl von Arbeiter*innen entließ und eine bis heute geltende jährliche Abrechnungsperiode für Überstunden einführte, die unsere Zeit in höchstem Maße flexibilisierte. Gerade aufgrund dieser Flexibilität werden Arbeiter*innen entlassen! Diesmal darf es nicht durchgehen!
Aufgrund der Wiederherstellung des Produktionstempos fordern wir die Wiedereinstellung der entlassenen Belegschaft und die Verlängerung der Juliverträge.“ (12.06.)

„Volkswagen hat sich die globale Situation erneut zunutze gemacht, um seine Profite zu steigern und unsere Arbeitsbedingungen zu verschlechtern! Während der letzten zehn Jahre arbeiteten wir unter Krisenverhältnissen, die 2009 eingeführt wurden. Das flexible Arbeitssystem erlaubte einen Personalabbau. Heute wird der Produktionsrückgang als Kündigungsgrund angeführt. VWP behauptet, nur 80% seiner Möglichkeiten zu nutzen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Produktion übersteigt bei Volkswagen wie gewöhnlich die 100%. Der Plan von 250 Autos pro Schicht wurde seit Jahren nicht geändert.

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Auf dem beigefügten Foto sieht man, dass der Plan fünf Minuten vor Schichtende erfüllt wurde. Auf dem folgenden Bild ist die Bekanntmachung über die Arbeit in den nächsten Wochen zu sehen. Zwei Schichten am Samstag, eine Schicht am Sonntag, Überstunden von zwölf Stunden Dauer. Wo ist die Krise, wo sind die Gründe für Entlassungen?

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Kündigungen auf Teufel komm raus führen zu Personalmangel, daher muss der Rest der Belegschaft in der Woche Zwölfstundenschichten schieben. Er muss es, weil es sich für die  Arbeiter*innen nicht geziemt abzulehnen, wenn im Juli der Vertrag ausläuft.
VW zieht Nutzen aus unserer Angst. Es wird uns andauernd eine Krise eingeredet, und die Vorstände zählen die Millionen. Die Marke Volkswagen ist Eigentümerin von Audi, Seat, Škoda, Bentley Motors, Lamborghini, Bugatti, Scania, MAN, Porsche, Ducati, und in 2015 verkaufte Volkswagen erstmals mehr Autos als Toyota und wurde zum größten Automobilproduzenten weltweit. Glaubt ihr immer noch, dass Volkswagen in einer Krise steckt? Lassen wir uns das nicht weismachen, wir ermöglichen diesen Betrug. Zeit, es zu ändern!“ (23.06)