ICL solidarisiert sich mit Textilarbeiter:innen in Bangladesch
Aufruf an Gewerkschaften und Gruppen: Schreibt Offene Briefe an an C&A, ZARA und Co. - und übergebt sie in den Filialen
Mit einem offenen Brief solidarisieren sich die Arbeitsgruppe Asien unserer Internationalen Gewerkschaftsföderation ICL und die GWTUC Bangladesch mit der aktuell kämpfenden Arbeiter:innenklasse in Bangladesch.
„Der folgende Brief ist eine Reaktion auf die Explosion von Gasflaschen in einer von der Pretty Group betriebenen Bekleidungsfabrik in Ashulia, Dhaka (Bangladesch), bei der am 20. September 2026 neun Arbeiter ums Leben kamen und mindestens 35 verletzt wurden. In jüngster Zeit sind die Arbeiter zudem auf die Straße gegangen, um für einen existenzsichernden Lohn in der Textilindustrie zu kämpfen. Nach der Eskalation des Kampfes um den Mindestlohn im Jahr 2023, bei dem mindestens fünf Arbeiter ums Leben kamen, versammelten sich nun Tausende von Arbeitern und blockierten eine Autobahn in Uttara, Dhaka, in ihrem Kampf für eine Erhöhung des monatlichen Mindestlohns von derzeit mageren 12.500 BDT auf 35.000 BDT (252 EUR | 282 USD). Die Kundgebung wurde am 17. Oktober 2026 von Bereitschaftspolizisten angegriffen, wobei mindestens 50 Arbeiter verletzt wurden.Zur Unterstützung der Arbeiter wollen wir einen der Hauptakteure in diesen Arbeitskampf einbeziehen: die Marken. Daher richtet sich der folgende offene Brief an diese Marken und Einzelhändler, die ihre Waren aus Fabriken der Pretty Group beziehen:
EUROPA: C&A | ZARA | Bestseller | Next | Tesco | Celio | River Island
AMERIKA: GAP | JC Penny | Macy’s
ASIEN-PAZIFIK: Uniqlo | Cotton On | Country Road | Retail Apparel Group (RAG)“
Wir rufen alle Gewerkschaften und Gruppen dazu auf, den offenen Brief zu unterstützen und ihn in der Woche des Black Friday – vom 23. bis 29. November 2026 – der Geschäftsleitung der oben genannten Filialen in ihren Städten zu übergeben. Optional kann dies auch mit einer Kundgebung vor der Filiale verbunden werden. Bitte macht ein Foto oder ein Video von der Aktion und teilt es mit uns.
Dies wird dazu beitragen, diese gesamte Koordinierungsaktion als kollektive Aktion zu präsentieren: asia@icl-cit.org | gwtucbd@gmail.com
Offener Brief
Sehr geehrte Geschäftsleitung von ________,
wir wenden uns an Sie in Ihrer Eigenschaft als bedeutender Kunde des Bekleidungsherstellers Pretty Group.
Wir, die unterzeichnenden Organisationen, sind tief betroffen, angesichts des Verlusts von mindestens neun unschuldigen Menschenleben bei der Gasflaschenexplosion in der Fabrik von Pretty Composite Textiles Ltd. in Jamgora, Ashulia, Bangladesch, im September 2026. Den 35 verletzten Arbeiterinnen und Arbeitern wünschen wir eine schnelle Genesung.
Wir bringen unsere tiefe Empörung über die eklatanten Sicherheitsverstöße zum Ausdruck, die zu diesen Todesfällen und Verletzungen geführt haben und die einem fahrlässigen Totschlag gleichkommen.
Wir bekräftigen und unterstützen die unten aufgeführten Forderungen des Gewerkschaftszentrums der Textilarbeiter. Um künftige Tragödien zu verhindern, muss eine rasche, unabhängige Untersuchung durchgeführt werden, es müssen Sicherheitsausschüsse mit Vetorecht der gewählten Arbeiter:innenvertreter:innen eingerichtet werden, und es müssen strenge Sicherheitsvorschriften umgesetzt und durchgesetzt werden.
Darüber hinaus schuften die Textilarbeiter:innen weiterhin in Fabriken, um Ihre Gewinne zu sichern. Seit Jahren kämpfen sie um einen existenzsichernden Lohn. Heute gehen sie erneut auf die Straße und kämpfen für einen monatlichen Mindestlohn von 35.000 BDT (252 EUR / 282 USD).
Als bedeutender Akteur, der von den entsetzlichen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken profitiert, erwarten wir von Ihnen, dass Sie die Forderungen der Arbeiter:innen öffentlich unterstützen und Druck auf Fabrikbesitzer:innen sowie staatliche Institutionen ausüben, um sicherzustellen, dass die Arbeiter:innen, die Ihre Produkte herstellen, ein Leben in Würde führen können.
Die Arbeiter:innen fordern:
- Einen Mindestlohn von 35.000 BDT!
- Eine angemessene Entschädigung für die Angehörigen der Verstorbenen nach der Gasexplosion in Ashulia am 20. September 2026!
- Eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Verletzten!
- Entschädigung für entgangene Arbeitsstunden!
- Unabhängige Untersuchungen!
- Unterstützung bei der Einrichtung von Sicherheitsausschüssen in jeder Fabrik!
- Durchsetzung strenger Sicherheitsvorschriften!