Aufruf zur internationalen Solidarität mit dem Civil Disobedience Movement (CDM) in Myanmar

von den Basisgewerkschaften Federation of General Workers Myanmar (FGWM) und All Burma Federation of Trade Unions (ABFTU) sowie dem Kollektiv Food Not Bombs Myanmar.

Quelle: Global Mayday Bündnis

Liebe Genoss*innen von der Internationalen Konföderation der Arbeiter*innen, dem Global May Day Netzwerk und anderen emanzipatorischen Gruppen weltweit,

seit Anfang Februar gehen wir – zivile Basisgruppen und -organisationen in Myanmar – auf die Straße um gegen die Militärjunta zu kämpfen, die sich mit einem Putsch nach den Wahlen im vergangenen November wieder an die Spitze der Regierung gesetzt hat. Der Putsch hat massive Konsequenzen für uns: Unter anderem werden Freiheiten, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erkämpft worden waren, wieder zurück genommen. Von Anfang an haben wir in den Fabriken die Arbeiter*innen mobilisiert und maßgeblich die CDM Bewegung geprägt.

Wir kämpfen gegen die Militärregierung und ihr faschistisches Regime, für eine neue Verfassung und eine föderale Demokratie. Alle politischen Gefangenen müssen sofort frei gelassen werden!

Arbeiter*innen sind aktuell mit verschiedenen Formen der Repression konfrontiert: Das Militär schießt auf offener Straße auf uns. Fabrikmanager holen das Militär zu Hilfe, wenn es darum geht unsere Streiks und Proteste niederzuschlagen. Der Widerstand gegen das Regime hat bereits mindestens 738 Leben gekostet. (Mehr Informationen gibt es unter anderem hier: aljazeera.com)

Die ganze Situation macht uns traurig und wütend!

Wir unterstützen aktiv Arbeiter*innen, die ihren Job verloren haben, weil sie sich der Pro-Demokratie Bewegung angeschlossen haben. Darunter sind schwangere Arbeiterinnen, alleinerziehende Eltern und Arbeiter*innen, die im CDM aktiv sind.

Genoss*innen, lasst uns gemeinsam Druck auf die Militärjunta ausüben!
Wir schlagen vor, dass der 1. Mai in diesem Jahr weltweit genutzt wird, um sich solidarisch mit der Widerstandsbewegung CDM zu zeigen.

Hier sind einige Vorschläge, was getan werden kann:

  • Setzt Unternehmen unter Druck, die mit der Militärjunta zusammen arbeiten, wie zum Beispiel Deutsche Post DHL Group (Quelle: justiceformyanmar.org), Total SE (Quelle: asianews.it) und Sinotruk/MAN (Quelle: justiceformyanmar.org).
  • Unterstützt Arbeiter*innen, die sich an der CDM Bewegung beteiligen mit Geldspenden:
    • Einen Überblick über verschiedene Kanäle gibt es hier: isupportmyanmar.com.
    • Wenn ihr Food Not Bombs Myanmar direkt unterstützen wollt, meldet euch bitte bei asia@icl-cit.org für weitere Informationen.
  • Setzt internationale Klamottenmarken unter Druck, um sicherzustellen, dass die Arbeiter*innen in den Zulieferbetrieben die Möglichkeit haben unbezahlten Urlaub zu nehmen, ohne ihren Job zu verlieren. Informiert euch darüber, wie sich internationale Marken wie Zara, H&M, Adidas, OBS, Mango oder Sioen im Augenblick in Myanmar verhalten.
  • Setzt die Regierung in Singapur unter Druck: “Der reiche Inselstaat ist der größte ausländische Investor in Myanmar, der 2019 sogar China überholt hat. Mit mehr als $24 Milliarden durch lukrative Liegenschaftsprojekte, Bankgeschäfte, Logistik, Sandexporte, Baugeschäfte und Waffenhandel.“ (Quelle: vice.com) Temasek Holdings ist eine Holdinggesellschaft der singapurischen Regierung, welche über $230 Milliarden schwer ist. Temasek Holdings hat die Mehrheit der Anteile von vielen Unternehmen wie zum Beispiel Singapore Airlines (56%). Singapore Airlines unter Druck zu setzen, würde also auch die singapurische Regierung treffen.
  • Unterstützt die Initiative zur Bildung einer Allparteienregierung („National Unity Government“): “Oppositionelle der Militärjunta in Myanmar haben ein „National Unity Government“ ins Leben gerufen, an dem vertriebene Parlamentsmitglieder, Aktivist*innen der Demokratiebewegung und ethnische Minderheiten beteiligt sind. Sie sagen, ihr Ziel sei es die Militärdiktatur zu beenden und die Demokratie wieder herzustellen.” (Quelle: reuters.com)

Drei Finger in die Luft – für Freiheit, Einigkeit und Solidarität!

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