11. November in Spanien: Generalstreik!

11. November in Spanien: Generalstreik!

Gemeinsamer Aktionstag von Mieter:innengewerkschaft, unserer Schwestergewerkschaft CNT und anderen Gewerkschaften für angemessene Löhne und das Recht auf Wohnraum.

Gemeinsamer Aktionstag von Mieter:innengewerkschaft, unserer Schwestergewerkschaft CNT und anderen Gewerkschaften für angemessene Löhne und das Recht auf Wohnraum.

Spanisch: https://www.cnt.es/noticias/cnt-convoca-huelga-general-el-proximo-11-de-noviembre-contra-los-intereses-especulativos-que-golpean-a-la-clase-trabajadora/
Gemeinsame Streikanmeldung der sieben aufrufenden Basigewerkschaften: https://www.elsaltodiario.com/vivienda/sindicatos-inquilinos-laborales-registran-huelga-del-11-noviembre-vivienda-salarios

Die CNT ruft für den 11. November zu einem Generalstreik für angemessene Löhne und das Recht auf Wohnraum auf

Die Confederación Nacional del Trabajo hat mit Zustimmung aller ihrer Regionalverbände beschlossen, einen Generalstreik am 11. November auszurufen.

Die anarchosyndikalistische Organisation schließt sich damit dem Aufruf der Mieter:innenvereinigung an, einen Tag der Mobilisierung zu organisieren, bei dem der Zugang zu Wohnraum und die steigenden Lebenshaltungskosten im Mittelpunkt stehen. Die Forderungsliste der CNT umfasst sieben Ziele, die die Arbeitsbedingungen mit dem Zugang zu menschenwürdigem Wohnraum verknüpfen. Dazu gehören eine allgemeine Anhebung der Löhne, eine schrittweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden, eine Erhöhung der staatlichen Renten sowie die Verabschiedung von Maßnahmen zur Arbeitsplatz- und Wohnungssicherheit.

Eine der zentralen Forderungen des Streiks ist, dass die Wohnkosten in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen stehen müssen. Die CNT fordert, dass Arbeitnehmer nicht mehr als ein Drittel ihres monatlichen Nettogehalts für Wohnkosten aufwenden müssen, sowie eine Senkung und wirksame Regulierung der Mieten. Zu ihren Forderungen gehören die Einführung unbefristeter Mietverträge, Mechanismen zum Schutz vor missbräuchlichen Mieterhöhungen sowie Maßnahmen, die verhindern, dass Zwangsräumungen die Arbeitsplatzsicherheit der Betroffenen gefährden.

Die Organisation fordert zudem Maßnahmen gegen Immobilienspekulation und zur Stärkung der sozialen Funktion von Wohnraum. Zu ihren Vorschlägen gehören die Möglichkeit zur Enteignung von leerstehendem Wohnraum, der sich im Besitz von Investmentfonds oder Spekulanten befindet – sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind –, sowie eine progressive Steuer auf Vermögen und umfangreichen Immobilienbesitz, um eine soziale Wohnungspolitik zu finanzieren. Des Weiteren schlägt sie vor, Zwangsräumungen aus dem Hauptwohnsitz auszusetzen, wenn kein angemessener Ersatzwohnraum zur Verfügung steht, und die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen, sozialen Diensten und Unternehmen zu koordinieren, um den Ausschluss vom Wohnungsmarkt zu verhindern. Der Forderungskatalog umfasst zudem eine Erhöhung der öffentlichen Renten – sowohl beitragsbasierter als auch beitragsunabhängiger Leistungen –, die an die Lohnentwicklung sowie an den verfassungsrechtlichen Grundsatz angemessener Sozialleistungen gekoppelt sein soll. Die CNT fordert, dass diese Leistungen durch höhere Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung finanziert werden und in öffentlicher Hand verbleiben.

Die Organisation verknüpft diesen Aufruf zum Handeln mit den allgemeinen Lebens- und Arbeitsbedingungen. „Wohnungsfragen lassen sich nicht losgelöst von Löhnen und Arbeitsbedingungen betrachten. Wir brauchen Einkommen, die es uns ermöglichen, unsere Grundbedürfnisse zu decken; Arbeitstage, die auch Zeit zum Leben lassen; und Zugang zu angemessenem Wohnraum, ohne dass dafür horrende Mieten gezahlt werden müssen“, erklärte Nieves Román, Generalsekretärin der Gewerkschaft. Der Streik findet in einem breiteren Kontext gewerkschaftlicher Mobilisierungen in verschiedenen Sektoren statt: In der Autonomen Gemeinschaft Madrid befinden sich Lehrkräfte an öffentlichen Schulen seit dem 14. Oktober in einem unbefristeten Streik – ein Schritt, der sich in ähnliche Streikbewegungen einreiht, die bereits im übrigen Land im Gange sind. Auch Beschäftigte im frühkindlichen Bildungsbereich setzen ihren bereits im April begonnenen unbefristeten Streik fort. Im Gesundheitssektor haben medizinische Fachgewerkschaften im Laufe des Jahres 2026 mehrere Protestaktionen durchgeführt – im Rahmen eines andauernden Konflikts um geplante neue Rahmenregelungen. Obwohl sich die jeweiligen Aktionen auf spezifische Forderungen der einzelnen Sektoren beziehen, spiegeln sie die Gesamtheit ungelöster Arbeitskonflikte wider.

Die CNT betont zudem, dass die Bewegung diejenigen besonders in den Blick nehmen muss, die am stärksten unter prekären Beschäftigungsverhältnissen und einem Mangel an Schutz am Arbeitsplatz leiden. Dazu gehören etwa Frauen, die – häufig unterbewertete – Sorgearbeit (Care-Arbeit) leisten, sowie Migrant:innen, die bei der Verteidigung ihrer Arbeits- und Sozialrechte oft auf größere Hindernisse stoßen. „Der Kampf für angemessenen Wohnraum muss Hand in Hand gehen mit dem Kampf für Arbeitsrechte und öffentliche Dienstleistungen. Wir möchten, dass diese Aktion dazu beiträgt, verschiedene Kämpfe miteinander zu vernetzen und die alltäglichen Probleme derjenigen anzugehen, die mit ihrer Arbeit die Gesellschaft aufrechterhalten“, so Román abschließend.

Der gemeinsame Aktionstag am 11. November zielt darauf ab, die Forderungen zu bündeln und das Recht auf Wohnraum mit Themen wie Kaufkraft, Beschäftigung, Renten und sozialer Absicherung zu verknüpfen. Die CNT betont, dass der Streik zudem dazu dienen soll, bestehende Kämpfe fortzuführen und die kollektive Organisierung der Beschäftigten zu stärken.

Quelle: Pressemitteilung vom 19.10.2026

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