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News - 29.10.16 von faum9

Podiumsdiskussion über Arbeitsbedingungen und Zukunft der Helios Amper Kliniken Dachau

Beschäftigte der Helios Amper Kliniken Dachau fordern mehr Personal

Die Botschaft war klar, der Andrang groß. Über 80 Klinikbeschäftigte stellten auf einer Podiumsdiskussion am 25.10.2016 im völlig überfüllten Café Gramsci in Dachau eine Forderung gegenüber der Helios Unternehmensführung nach mehr Personal und eine Sperrung von Betten bis dahin auf.

Die Unabhängige Betriebsgruppe am Klinikum lud zu der Veranstaltung mit Matthias Gramlich (Unabhängige Betriebsgruppe), Stefan Löwl (Landrat, Mitglied des Aufsichtsrats) und Claus Dieter Möbs (Bettriebsratsvorsitzender), ein. Bereits Anfang Oktober wurden die KollegInnen seitens der Betriebsgruppe in einem Flugblatt aufgefordert, dafür zu sorgen das ständige Arbeiten in Unterbesetzung nicht mehr zu dulden, stattdessen zusammen zu halten und für mehr Personal zu kämpfen. Mitte Oktober griff auch die Presse den Personalmangel und die schlechten hygienischen Zustände im Klinikum auf.

Im Februar 2014 übernahm die zum Gesundheitskonzern Fresenius gehörende Helios Klinken GmbH den Großteil ihres Konkurrenten Rhön Klinikum AG, zu der auch die Amper Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf zählten. Seitdem ist Helios der größte Klinikkonzern in Europa. Helios steht in dem Ruf, seine Beschäftigten auszupressen und wird für seinen autoritären Führungsstil kritisiert. Es wird gespart an allen Ecken und Enden, um die angestrebte Gewinnspanne von 15% EBIT zu erreichen. So geschah es auch in Dachau, einer der fünf wirtschaftlich erfolgreichsten Kliniken innerhalb der 53 Rhön Kliniken. Die Arbeitsbelastung war bereits hier enorm, der Personalmangel existenziell. Mit der Übernahme durch Helios verschärfte sich Lage binnen zwei Jahren. Die Beschäftigten sind reiner Spielball der Konzerninteressen.

Am 21.10. musste Dachauer Klinikgeschäftsführer Engelbrecht im Kreistag über die Missstände berichten. Der Landkreis hält 5,1% Anteile an der Amper Kliniken AG. Dort wurde ein 7 Punkte Programm vorgelegt. Ein externer Dienstleister erledigt seit Mitte Oktober Reinigungsarbeiten, die zuvor im Juli der völlig überlasteten Pflege übertragen wurden.

Auf der Podiumsdiskussion wurden die Missstände, die in der Presse nur oberflächlich geschildert wurden, detailliert zur Sprache gebracht: Unbesetzte Stellen in Pflege, Service Personal und Reinigung. Dienstpläne mit bereits eingeplanten Überstunden, massive Krankheitsausfälle, Arbeiten mit zwei Pflegekräften weniger bei vollem Programm, PatientInnen, die nicht mehr versorgt und überwacht werden können, Herabwürdigens Verhalten der Helios Pflegedienstleitung, Einschüchterungen und Abmahnungen. Verstöße gegen geltendes Recht, wie mündliche Kündigung einer Krankenschwester im Januar, die Verplanung des Urlaubs des Reinigungspersonals. Die Liste war endlos. Gerade in dem Geflecht aus konzerneigenen Untergesellschaften gesellt sich Lohndumping zu freier Interpretation der Gesetzeslage. Von nachträglich geänderten Dienstplänen bis zu prophylaktischen Abmahnungen um die Leute unten zu halten.

Landrat Löwl war sichtlich erschrocken von dem Bild, das ihm dort von den Beschäftigten in den vielen Wortmeldungen dargeboten wurde. Helios führt seine Kliniken alle nach dem gleichen straffen Prinzip. Dachau ist kein Einzelfall, aber ein Spezialfall, durch die Anteile des Landkreises und die Rechtsform der AG. Die Veranstaltung wurde nach über zwei Stunden beendet, aber es hätte noch einmal so lang weiter gehen können. Das Café Gramsci war völlig überfüllt, Leute standen bis vor die Tür und hinter der Theke. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele KollegInnen kamen und sich auch zu Wort meldeten. Man spürte, dass hier das Eis gebrochen war, dass man sich gegenseitig ermutigt fühlte und dass alle gemeinsame Interessen haben. Dies mündete in der wiederholten Forderung umgehend Betten zu sperren und mehr Personal in den genannten Berufsgruppen, v.a. in der Pflege, einzustellen. Nun gilt es dran zu bleiben, da Helios nicht für seine Nachgiebigkeit bekannt ist. Aber jetzt ist auch klar: Die Beschäftigten lassen sich nicht länger hinhalten. Die Veranstaltung war eine Initialzündung zu neuem Selbstbewusstsein und wiedergewonnenem Gemeinschaftsgefühl. Jetzt wird der Spieß umgedreht. Jetzt bekommt Helios Druck.

Infos zum Konflikt

Weiterführende Infos findet ihr
- auf der Kampagnenseite der Sektion Gesundheits- und Sozialberufe in der FAU-München
- auf Labournet
- und auf betriebsgruppen.de

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