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News - 13.10.15 von FAU Duisburg

Türkei, Ankara: Beerdigung des Anarcho-Syndikalisten Ali Kitapçı

Die für den 10. Oktober 2015 geplante Friedensdemonstration in Ankara, welche von den landesweiten Gewerkschaften organisiert wurde (DİSK, KESK, TMMOB und TTB) [Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften der Türkei, Konföderation der im öffentlichen Dienst beschäftigten Arbeiter, Vereinigung der Ingenieurs- und Architektenkammern und Vereinigung der türkischen Ärzte], konnte aufgrund eines Bombenanschlags nicht durchgeführt werden. Die zwei aufeinander folgenden Detonationen töteten 128 Menschen und verletzten mehr als 500 Menschen. Dieses grauenhafte Ereignis, welches den höchsten Verlust menschlichen Lebens in einem derartigen Vorfall, in der Geschichte der Türkei, darstellt, ereignete sich genau einen Tag vor der erwarteten Erklärung einer Waffenruhe durch die PKK/KCK.

Ali Kitapçı (1958–2015) war einer von 14 Mitglieder von BTS-KESK (Unabhängige Transportarbeiter Gewerkschaft) die bei der Detonation getötet wurden. In der anarchistischen Bewegung brachte er sich das erste mal in England ein und er führte dieses Engagement über die letzten 30 Jahre fort. Neben seinem Kampf für die Gewerkschaftsbewegung, war er seit der zweiten Hälfte der 1980er, ein aktives Mitglied vieler anarchistischen Organisationen in Ankara, und er setzte sich für die Vereinigung der Anarchisten für einen gemeinsamen Kampf ein. Er war die erste Person, in der modernen Türkei, die sich für die anarcho-syndikalistische Sache engagierte. Für viele GenossInnen, aus unterschiedlichen Hintergründen und Generationen, war er eine Inspiration.

Tausende versammelten sich bei der Gedenkveranstaltung, die am 12. Oktober im Bahnhof Ankara, von seiner Gewerkschaft für alle Gewerkschaftsmitglieder die ihr Leben verloren, organisiert wurde. Nach dieser Veranstaltung wurde sein Leichnam im Karşıyaka Friedhof, in Anwesenheit seiner Lebensgefährtin und Genossin Emel, seinem Sohn Artun Siyah und seinen anarchistischen GenossInnen, welche aus verschiedenen Orten der Türkei gekommen waren, beerdigt. Hunderte AnarchistInnen, die seiner Beerdigung beiwohnten, schworen seinen Kampf fortzuführen.

Die Worte seiner Lebensgefährtin und Genossin Emel bei der Beerdigung spiegelten auch die Gefühle aller anderen GenossInnen wieder:

“Unser Herz ist mit ihm. Unsere Wut nährt sich aus seiner Kraft. Wir sind alle hier. Wir sind alle hier. Es ist nur sein Körper der hier bleiben wird. Er wird für immer mit uns sein. Er wird für immer unser führendes Licht sein.”

Von Alis Genossen:

Für Ali Kitapçı…

Es regnet. Auf alle unsere Erinnerungen mit Ali…

Es regnet. Erst Gestern haben die Mörder das Blut von der Straße weg gewaschen.

Es regnet.

Alle die gemeinsamen Umtrunke, alle Aktionen zu denen wir gingen, alle diese Slogans die wir schrieen, all das Tränengas das wir atmeten. Alis Asthmaattacken…

Es regnet.

Der Staat greift an.

Es regnet so heftig.

Alle Genossen, wir sind zusammen genau wie vor 20 Jahren.

Wir sind zusammen, als ob es 1936 passiert wäre!

Ali gab sein Leben für den Klassenkampf, für die Gewerkschaftsbewegung.

Er war einer der ungenannten “Helden” die dafür kämpften die anarchistische Bewegung von einem schwachen Atmenzug zu seiner lebendigen Alternative der Freiheit zu transformieren.

Sein Andenken soll unser Begleiter sein…

Wir werden nicht vergessen, wir werden nicht vergeben!

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