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Internationales - 11.08.12 von Internationale Kommission

Genossin Chus Vila im Hungerstreik

Wir berichten über unsere in Fuerteventura (Kanarische Inseln) lebende CNT Genossin María Jesús Vila Calviño, auch als Chus bekannt, die seit vergangenen Dienstag in einen unbefristeten Hungerstreik getreten ist, nicht nur wegen ihrer persönlichen Situation (keine Arbeit, kein Arbeitslosengeld, keine finanzielle Hilfe, keine Wohnung), sondern auch wegen der Menschen, die sich in der gleichen Lage befinden.

Aus diesen Gründen hat Chus den Platz vor dem Regierungsgebäude in Puerto Cabras (Puerto del Rosario) besetzt, wo sie sich mit Hilfe von FreundInnen und GenossInnen Tag und Nacht aufhalten wird. Bis heute hat sie der Sozialminister von Fuerteventura und der Kulturdezernent des Stadtrates von La Oliva besucht. Die lokalen Repräsentanten der Regierung haben die Polizei von Puerto del Rosario angewiesen den öffentlichen Platz auf dem sie zeltet zu räumen. Auf der anderen Seite hat das Rote Kreuz in Fuerteventure ihr mitgeteilt, dass es sie momentan aufgrund von Personalmangel nicht unterstützen kann, es organisiert jedoch Schichten mit Freiwilligen, die auf Chus achten. Die Unterstützung der Leute in Fuertevetura ist beeindruckend und Chus ist wirklich gerührt.

María Jesús hat mitgeteilt, dass ihre Entscheidung „notwendig sei um Druck auszuüben“ für einen „radikalen“ Wandel der Sozialpolitik der Regierung, welche bis heute „nicht verstanden hat, dass hinter den genannten Zahlen Menschen stehen“ und „wenn diese verhungert Tod auf die Straße geworfen werden, dann wird es die Regierung mit ihren eigenen Augen sehen“.

Anbei der Brief der Genossin an die Regierung, den Rat von Fuerteventura und den Stadtrat von Puerto Cabras, in denen sie die Gründe ihrer drastischen Entscheidung erläutert.

CNT Teneriffa

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BRIEF

María Jesús Vila Calviño, Bewohnerin der Insel Fuerteventura

Ich teile mit:

Ich habe einen HUNGERSTREIK begonnen. Ich verfüge über einen klaren Verstand und ein uneingeschränktes Gedächtnis, bin in guter gesundheitlicher Verfassung und habe keine organischen Probleme, an denen ich in den nächsten drei oder vier Monaten sterben werde. Deshalb mache ich die nationale, regionale und lokale Regierung für meinen Tod und für den Verlust aller zivilen Ressourcen, die mir als regulärer Bürger zustehen, verantwortlich. Diese Entscheidung treffe ich als souveräner Mensch, als Erwachsener und im vollen Bewusstsein über mein Handeln. Deshalb kann niemand eine dritte Partei beschuldigen, mir diese Haltung aufgezwungen zu haben.

Während meines Hungerstreiks werde ich mich in der 1º de Mayo Straße vor dem Gebäude der Regierung und des Stadtrates von Puerto del Rosario in Fuerteventura aufhalten. Ich werde die Menschen persönlich informieren.

Gründe:

Die Gründe, die mich dazu bewegen diese Aktion durchzuführen, liegen auf der Hand: das Verhalten der Regierung dieses Landes gegenüber 6 Millionen Menschen ohne Arbeit und ohne die Aussicht auf Arbeit. Jeden Tag werden 512 Familien aus ihre Häusern geräumt, weil sie nicht bezahlen können. Angesichts dieser Situation ist der Grad der Vernachlässigung offenbar.

Da ich mich selbst in dieser Situation befinde, ohne Optionen oder Alternativen, vernachlässigt und hilflos, bin ich gezwungen die genannte Aktion durchzuführen, um dadurch Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese ihre Sozialpolitik ändert, denn anscheinend hat sie immer noch nicht verstanden hat, dass hinter den genannten Zahlen Menschen stehen. WENN SIE UNS VERHUNGERN LASSEN UND AUF DIE STRASSE WERFEN, DANN WERDEN SIE UNS SEHEN.

Ich hoffe, dass diese Aktion die öffentliche Aufmekrsamkeit auf die genannten Aspekte lenkt und betont, dass die Zahlen in Menschen übersetzt werden müssen, in Menschen wie mich. Zahlen sind nicht so wichtig wie die Aktionen Einzelner oder gemeinsame Aktionen.

Schluß:

Der Ende des Hungerstreiks wird von der Lösung dieses Konflikts oder dem Tod derjenigen abhängen, die diesen Brief geschrieben hat.

Puerto del Rosario den 7. August 2012

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