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Kommentar - 03.10.10 von Jens Laskowski

Nicht nur die Atomkraft - auch die herrschende Klasse stilllegen!

Anfang November werden wieder Transporte mit hochradioaktiven Abfällen in das niedersächsische Wendland rollen. Dagegen wird – wie seit mehr als dreißig Jahren – Widerstand organisiert. Auch zahlreiche AktivistInnen der FAU werden sich an den Protesten beteiligen, der Aufruf „CASTOR schottern“ wird bereits von sechs FAU-Gruppen unterstützt. Letztlich geht es bei dem Widerstand gegen die Atomtransporte und damit die Nutzung der Kernkraft um mehr, als nur um Umweltschutz.

Die Atomkraft war schon immer das Symbol für den zentralistischen, autoritären Staat. Ein Gesellschaftssystem, das mit der Vision des Anarchosyndikalismus nicht vereinbar ist.

Wir streben eine Gesellschaft an die dezentral und basisdemokratisch organisiert ist, auf
ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit beruht; solidarisch und gleichberechtigt das tägliche Leben regelt. Dementsprechend muss auch die Energieversorgung kleinteilig, einfach zu kontrollieren und in jeder Hinsicht umweltfreundlich sein.

Kernkraftwerke sind aber nur dann sinnvoll, wenn sie gigantische Energiemengen erzeugen. Wegen der komplexen und gefährlichen „Brennstoffe“ sind ausgeklügelte Sicherheitsmechanismen notwendig. Die „strahlenden“ Hinterlassenschaften sind darüber hinaus noch auf unvorstellbare Zeitspannen gefährlich. Als dies benötigt den „Atomstaat“, der autoritär die Interessen, auch gegen den Willen der Bevölkerung, mit Lügen und Gewalt durchsetzt.

Darüber hinaus bedeutet Atomkraft auch immer die militärische Komponente. Die Atombombe ist ohne die Nutzung und das KnowHow der „friedlichen Nutzung der Kernkraft“ nicht machbar. Das Abfallprodukt der „Brennstoff“-Herstellung, das abgereicherte Uran wird als panzerbrechende Munition verwendet, deren Einsatz -zum Beispiel im ehemaligen Jugoslawien, dem Irak oder Afghanistan – hochgiften und radioaktiven Staub freisetzt. In den Uranminen vor allem in den Entwicklungsländern, aber auch in Australien und Kanada herrschen teils unmenschliche Arbeitsbedingungen, bedingt durch die Ignoranz gegenüber der gesundheitlichen Gefahr. Letztlich werden die schwindenden Vorkommen zu weiterem Krieg um Rohstoffe führen – der Kongo mit seinen für die Handyproduktion wichtigen Erzen sei hier als Blaupause genannt.

In den letzten 30 Jahren ist viel an Argumenten gegen die Nutzung der Atomkraft geschrieben worden. Die Lügen der Atomlobby über die Ausweglosigkeit, das Märchen der Brücktechnologie und dass die Lichter ausgehen wurde ausführlich widerlegt. An dieser Stelle werden wir daher die Argumente nicht wiederholen sondern verweisen euch exemplarisch auf die Seite „100 gute Gründe gegen Atomkraft“.

Uns als AnarchosyndikalistInnen ist klar, dass der Widerstand gegen Atomenergie alleine keine gute Zukunft und ein besseres Leben bringen wird. Damit sich hier etwas ändert, dürfen wir nicht nur gegen Atomkraft aktiv sein - wir müssen gesamtgesellschaftlich wirken!

Seien wir also im November dabei – reden wir mit den anderen WiderständlerInnen – überzeugen wir sie davon:

Nicht nur die Atomkraft stilllegen – auch die herrschende Klasse und das kapitalistische System!

Alle Infos zum Widerstand gegen Atomkraft und die anstehenden Transporte auf: „castor.de“castor.de und „contratom.de“ – alles zur „Schotterkampagne auf: „castor-schottern.org“

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