log in      
  Aktuell
  Über uns
  vor Ort
  im Betrieb
  Kontakt
  Direkte Aktion
  Texte
  fau
  Anarcho - Syndikalismus
  Arbeits- gesellschaft
  Biographien
  Eine Welt
  Historie
  Texte zur Kritik der DGB Gewerkschaften
  spanische Revolution
  Sitemap
  Links

IT´S TIME TO ORGANIZE

Die FAU ist eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation, die aus lokalen Syndikaten und Gruppen besteht. Wo es welche gibt, erfährst du im Verzeichnis vor Ort oder im Betrieb.
Infos wie Du bei uns mitmachen kannst, findest Du in unseren neuen Statuten und bei Über uns

 

KOSTENLOSES PROBEHEFT?

Einfach mal 'ne richtig gute Zeitung lesen.
Infos zu unserer Zeitung gibt es unter Medien.

 

FAU-NEWS AUF DEN SCHREIBTISCH?

Du willst die jeweils 10 aktuellsten Meldungen von www.fau.org immer aktuell auf dem Schreibtisch haben oder sie in deine eigene Website einblenden? Kein Problem mit unserem neuen RSS-Newsfeed.


Wie du an einen RSS-Reader kommst, erfährst du z.B. hier.

 

OPEN SOURCE

Diese Website ist auf der Basis des Open Source Web- Applicationservers ZOPE programmiert, der kostenlos unter www.zope.org heruntergeladen werden kann.

 

 

 

 


Archiv - 12.11.02 von AKFB

Kommunistische Konzentrationslager in Bulgarien, Januar 1948

Zwangsarbeit, Hungertod und Folter für die Gegner des roten Faschismus

Trotz der grausamen kommunistischen Unterdrückung in Bulgarien, auf die wir in unserer letzten Ausgabe hinwiesen, sind die Stimmen unserer anarchistischen Kameraden in jenem Land nicht zum Schweigen gebracht worden.

Der Bericht des Sekretariats der Anarchistischen Kommunistischen Föderation Bulgariens, den wir im folgenden abdrucken, wurde durch den eisernen Vorhang hindurchgeschmuggelt und uns vom Sekretariat der Internationalen Arbeiter-Assoziation für Westeuropa zugesendet.

"Alle Buchstaben des Alphabets würden nicht ausreichen, um das wahre Wesen der Konzentrationslager in unserem Lande darzustellen. Sie sind mit der Absicht gebaut, Menschen und ihre Freiheit auszurotten. Mit unseren Kameraden Seite an Seite sind Tausende anderer Bulgaren in diesen Lagern.

Wir werden einige Fakten und Beispiele nennen, so daß Sie die Wirklichkeit vielleicht beurteilen können.

Die Lager bestehen aus zweiflügeligen Baracken, die aus Holz oder irdenen Ziegelsteinen gebaut sind. Die Betten - übereinander angeordnet - sind 2 Meter lang und 40 cm breit. Auf dem Bett muß der Gefangene gleichzeitig sich und sein Gepäck unterbringen. Von der ersten Nacht an wird er das Wesen der Lager perfekt begreifen.

Man kann nicht von Hygiene sprechen, weil es meistens nur ungenügende Mengen Wasser gibt. In den meisten Lagern muß das Wasser von weit her gebracht werden, und dann ist noch nicht einmal genug zu trinken für jeden da. Es ist ein großes Ereignis, wenn jemand seine Kleidung waschen kann - das ist nicht jedem möglich. Nur die Stärksten können ihre Leinenkleidung einmal im Monat, oder einmal in zwei Monaten waschen. Medizinische Hilfe gibt es nur auf Verordnung. Den Ärzten ist es verboten, mehr als die vorgeschriebene Prozentzahl von Fällen krankzuschreiben. Im Lager Kuzjan z.B. beträgt diese Zahl 1%.

Die Qualität des Essens liegt jenseits des Beschreibbaren. Im Lager Kuzjan z.B., das in der Nähe der Stadt Pernik liegt und wo die Arbeit in den Minen schwer und qualvoll ist, beträgt eine Tagesration 600 Gramm Brot und eine "tschorba" genannte Suppe, die nicht die notwendigen Kalorien hat.

Monatelang wurde in dem Lager nur Kohl von der schlechtesten Sorte gekocht, wie uns ein Zeuge mitteilte. "Den größten Teil unserer Fett- und Zuckerration behalten die Lagerwachen", berichtete ein Koch, der kürzlich aus dem Lager freigelassen wurde. Das Essen für fast tausend Menschen wird in Kesseln gekocht, die für 200-250 Personen gedacht sind. Das gleiche gilt für das Lager Bogdanov-Dol. In Kesseln, die Essen für 70-80 Personen fassen, wird für 150-200 Personen gekocht. Die Gefangenen arbeiten 15 Stunden pro Tag; sie fertigen Ziegelsteine. Die Situation in diesen Lagern ist besonders schlecht, nachdem seit 1. Januar das Schicken von Kleider- und Essenspaketen verboten ist.

Die schlechten Unterkünfte und das schlechte Essen sind nicht die einzigen Ursachen für die drückende Lage, unter der die Internierten so leiden. Die Arbeitsnorm, die von jedem einzelnen gefordert wird, ist schwer zu erfüllen und außerdem von einem unmenschlichen Bestrafungssystem begleitet. Kuzjan ist bekannt als "Liebkosungen des Todes" und Bogdanov-Dol als "Lager der Schatten".

Die Anarchisten werden ungewöhnlich schlecht behandelt. Oft werden sie gezwungen, 36 Stunden ohne Pause zu arbeiten. Zwölf bis sechzehn Stunden Arbeit sind der Normalfall. Die Männer fallen vor Hunger und Müdigkeit oft um, und es gab auch schon einige Todesfälle, obwohl man die sterbenden Gefangenen in der Regel freiläßt, so daß sie zuhause sterben können und nicht im Lager bleiben müssen.

Die Strafen sind so schlimm, daa sie jenseits jeder Vorstellungskraft liegen. Zusätzlich zu Schlägen, Nacharbeit und Arrest über Monate, wird das berüchtigte "Sterne zählen" angewendet. Die Gefangenen werden gezwungen, den Wachen unter freiem Himmel, bei Nacht, im Regen, Frost und Schnee regungslos gegenüberzustehen. Diese Strafe dauert einen, zwei, drei, vier, fünf oder zehn aufeinanderfolgende Tage, und jene, die diese Bestrafung überstehen, müssen am Tage arbeiten. Diese Strafe wird beim kleinsten Vorwand verhängt.

Zum Beispiel wurde einem unserer Kameraden befohlen, "Sterne zu zählen", weil er einen Invaliden vom Arbeitsplatz ins Bett gebracht hatte. Ein anderer, älterer Kamerad erhielt drei Tage für das Verbrechen des Nichtaufstehens, als ein Lageroffizier durch den Saal ging, während er zu Mittag aß.

"Kollektivstrafen" werden oft verhängt. Für den Irrtum eines einzelnen Häftlings wird eine Gruppe, eine Baracke oder vielleicht das ganze Lager bestraft. Diese "Kollektivstrafen" werden oft gegen die Anarchisten benutzt. Es gibt andere spezielle Strafen. Zum Beispiel wurde auf Befehl von oben die Gruppe der Anarchisten aufgelöst. Man beschlagnahmte fast alle ihre Lebensmittel, allein im September 100 kg.

Was wir bis jetzt über die bulgarischen Vernichtungslager gesagt haben, würde ohne einige zusätzliche Details unvollständig sein.

In Kuzjan z.B. verbrachten vor einigen Monaten zwei vierzehnjährige Kinder fast zwei Monate Haft. In Bogdanov-Dol und Kuzjan sind immer noch zehn türkische Kinder im Alter von 15-17 Jahren inhaftiert. Zusammen mit diesen Kindern leben 60-70jährige.

Wie im Franco-Spanien und im monarcho-faschistischen Griechenland regiert heute auch in Bulgarien ein Regime des Terrors und der unerträglichen Gewalt. Die Haftzeit unserer Kameraden verlängert sich und das geschieht nun sogar ohne Anklage: "Wer nicht für uns ist, ist ein Feind des Volkes", erklärte kürzlich ein bulgarischer Minister, "und gegen den müssen wir mitleidlos kämpfen."

Wenn man Anarchist ist oder einfach ein ehrlicher Mensch, wenn man sich weigert, aus schwarz weiß zu machen oder die neuen Herren anzuerkennen, dann reicht das aus, um als "Volksfeind", "Saboteur" oder "Agitator" abgestempelt und von seinem Heim und seiner Familie getrennt zu werden.

Alle frei denkenden Menschen in der ganzen Welt müssen ihre Stimme erheben und gegen diese Verbrechen protestieren. Wir bitten sie, diese Fakten bekannt zu machen, so daß sie sich mit uns gegen die bolschewistische Schlächterei erheben können. Nieder mit der Maskerade des falschen Kommunismus und der falschen Kommunisten!

BULGARIEN - Januar 1948

Übermittelt durch das Generalsekretariat der IAA für Westeuropa, vorläufiger Sekretär Bernado Pou.

  Suche: