Pressebericht - 17.01.09
von faubi-GNLL
Beschäftigte verlangen höhere Löhne
Am 10.12.08 gingen mehr als 40 Beschäftigte von Naturkost Elkershausen zusammen mit Betriebsrat und Ver.di-Gewerkschaftssekretär Arno Peukes zur Geschäftsleitung und wollten ihrer Forderung nach Entlohnung in der branchenüblichen Tarifhöhe Nachdruck verleihen. Das ist ein erstaunlich starkes Engagement und zeigt die Stärke der Unzufriedenheit im Betrieb. Sicher wären noch mehr der insgesamt 145 Beschäftigen erschienen aber viele Beschäftigte sind im Außendienst oder an Außenstellen z.B. Oldenburg tätig.
Im Vorfeld dokumentierten die einzelnen Beschäftigten ihre Zustimmung zu der nunmehr öffentlich überreichten Forderung durch die Abgabe des Fingerabdruckes auf einer Postkarte. Dadurch sollte ermöglicht werden, daß jede/r seiner Meinung Ausdruck geben kann, ohne Repressionen befürchten zu müssen. 103 Postkarten mit dem Fingerabdruck eines/einer Beschäftigten wurden um 13 Uhr zur Geschäftsleitung gebracht, allerdings leider nicht persönlich vom geschäftsführenden Gesellschafter in Empfang genommen. Wir haben darauf verzichtet das Firmengelände als Presse zu betreten und uns in einem anschließenden Gespräch vom zuständigen ver.di-Sekretär über die abgelaufene Aktion berichten lassen.
Naturkost Elkershausen ist nicht Mitglied im Unternehmensverband Großhandel und kann daher nur einen Haustarifvertrag abschließen. Allerdings ist die Position von ver.di, daß ver.di nur Haustarifvertäge abschließt, wenn diese höher ausfallen als die Tarife die mit dem Unternehmensverband ausgehandelt wurden.
Einer Klärung der Situation stand bisher im Wege, daß der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter-Inhaber Heldberg behauptete, eine Anpassung der Löhne und Gehälter sei von der Firma finanziell nicht zu leisten. Andererseits werden dem 7 köpfigen Betriebsrat der Firma die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen über die Wirtschaftslage vorenthalten, so dass keine Transparenz hinsichtlich der Finanzlage hergestellt werden konnte.
Insbesondere problematisch scheint auch zu sein, dass die Naturkost Elkershausen GmbH mit anderen Firmen des Geschäftsinhabers kooperiert und die Einbeziehung dieser Firmen in die Beurteilung der Finanzlage eine weitere Aufklärung erforderlich macht. Dazu gehören z.B. eine Hausverwaltungsfirma, der Küchen- und Gastronomiebetrieb sowie eine Firma in Erfurt mit den gleichen Geschäftsfeldern.
Im besten Fall würde der Geschäftsführer entweder die Löhne mindestens auf Tarifniveau anheben oder aber durch eine Transparenz der Finanzlage erklären können wieso er diese Erhöhung nicht leisten kann. Im schlechtesten Fall würde über ver.di ein Vorgang in Bewegung gesetzt an dessen Ende nach einer Urabstimmung möglicherweise ein Streik stehen könnte.
Quelle: goest.de
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