Unbezahlte Probeschichten

Immer mehr Menschen machen Erfahrungen mit unbezahlter Probearbeit, ja, diese Form der Ausbeutung scheint geradezu einzureißen. Vor allem für Tätigkeiten, die schell anzulernen sind und keine oder nur geringe Vorkenntnisse benötigen, greifen Arbeitgeber zunehmend auf unbezahlte Arbeitskräfte zurück. Die Palette reicht von der Bedienung oder Küchenhilfe, über Verkaufs- oder Ladenarbeiten bis hin zu Portierjobs oder harter Knochenarbeit. Ob Gastronomie, Handel, Gewerbe oder Bau – kaum eine Branche, in der es das nicht gibt. Aber auch Jobs, die eine Ausbildung oder Fachkenntnisse erfordern, geraten zunehmend in diesen Strudel. Vor allem Zeitarbeitsfirmen treiben hierbei ein schamloses Spiel, während viele Unternehmen sich die immer schärfere Konkurrenz und die Verzweiflung von Erwerbslosen zunutze machen. Besonders drastisch wird die Situation, wenn dahinter noch der Druck von der Arbeitsagentur steckt.

Die Kampagne „Keine Arbeit ohne Lohn!“ hat diesem Übel den Kampf angesagt (siehe dazu den Aufruf). Gemeinsam wollen wir eine gewerkschaftliche Strategie gegen unbezahlte Probearbeit entwickeln und diese in die Praxis umsetzen. Auf dieser Seite findest du allerlei Wissenswertes über unbezahlte Probeschichten und Möglichkeiten der Gegenwehr.


Aufruf zur Kampagne: Gegen unbezahlte Probeschichten!

In Deutschland, und nicht nur dort, erleben wir derzeit einen beispiellosen Angriff auf die regulären Beschäftigungsverhältnisse. Einst hart erkämpfte Arbeitsstandards werden untergraben, Löhne nach unten geschraubt, das Arbeitsrecht aufgeweicht, Arbeit generell „flexibilisiert“, wie sie es nennen. Gerade die allgemeine Herabsetzung der Löhne spüren wir, als lohnabhängige Bevölkerung, am härtesten. Der krasseste Ausdruck dieses Lohnverfalls liegt, logischerweise, dann vor, wenn Menschen ohne Lohn schuften. [Lesen:...]

Aufruf der Lokalföderation der FAU Berlin


„Vielen Dank, auf Wiedersehen! Arbeit für einen feuchten Händedruck hat Konjunktur. Kampagne gegen unbezahlte Probearbeit geplant.“

In Zeiten von Hartz IV, wachsender Flexibilisierung und Kosteneinsparung werden hart erkämpfte Arbeiternehmerrechte nur noch als Wachstumshemmnisse und unnötiger Ballast, von dem sich Unternehmen befreien müssen, angesehen. Die Folgen sind uns allen bekannt: Abbau regulärer Beschäftigung, Lohnverfall, Aufweichung des Arbeitsrechts usw. Sie zeigen sich uns in Gestalt der Niedriglohnarbeit, prekärer Zeitarbeit oder auch des Ein-Euro-Arbeitszwanges. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber immer noch nicht erreicht. Denn neuerdings hat sich unter dem Deckmantel von Probearbeit oder Praktika auch die völlig unbezahlte Arbeit durchgesetzt. [Lesen:...]

Artikel aus der Direkten Aktion, Nr. 184 (Nov./Dez. 2007)


„Ein paar rechtliche Tipps und Hinweise zu unbezahlten Probeschichten.“

Das gesetzliche Recht bietet uns gewisse Möglichkeiten, auch individuell gegen unbezahlte Probearbeit vorzugehen. Dieser Weg ist jedoch für die meisten zu steinig, um ihn allein zu gehen: Langwierige aufreibende Verfahrenweisen, rechtliche Unkenntnisse, fehlende Erfahrungen, psychologischer Druck und evtl. Kosten stellen für viele eine zu große Bürde dar. Nicht zuletzt wird dieser Angriff auf die Beschäftigungsverhältnisse auf breiter Front geführt und kann deshalb adäquat auch nur auf breiter Front beantwortet werden. Dennoch hier fünf Orientierungspunkte, für all diejenigen, die die Kraft haben, nicht jede Unverschämtheit hinzunehmen. [Lesen:...]

Aus einem Flugblatt der FAU Berlin


„Vorsicht bei Tuchfühlung mit Bewerbern“

Bei hoher Arbeitslosigkeit ist auch die Zahl der Bewerber auf eine offene Stelle hoch. Viele Bewerber bieten sogar von sich aus an, zunächst mal „kostenlos auf Probe“ zu arbeiten. Doch Vorsicht: Unternehmern drohen rechtliche Fallstricke. [Lesen:...]

Artikel im „Handelsblatt“ (10.11.2006). Mit Vorsicht zu genießen, da aus einer Perspektive zum Wohle der Unternehmer verfasst.


„Probe-Arbeitsverhältnisse müssen vergütet werden“

Grundsätzlich führt die Vereinbarung eines Arbeitsverhältnisses zu einer Vergütungspflicht. Entsprechend ist auch ein Probearbeitsverhältnis zu vergüten. Um ein solches handelt es sich, wenn das Arbeitsverhältnis während der vertraglich vereinbarten Probezeit leichter lösbar ist als ein normales Arbeitsverhältnis. So existieren Probearbeitsverhältnisse insbesondere in Gestalt befristeter Arbeitsverhältnisse. Nur dann, wenn keine Verpflichtung zur Erbringung einer Arbeitsleistung besteht – so genanntes Einfühlungsverhältnis -, ist die Unentgeltlichkeit nicht zu beanstanden. [Lesen:...]

Information einer Kanzlei zum Fall: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 17.03.2005, Az.: 4 Sa 11/05


„Arbeiten auf Probe. Die Tricks der Unternehmen.“

Viele Arbeitslose sind froh, wenn sie eine Trainingsmaßnahme von der Arge finanziert bekommen. Aber oft werden die Arbeitssuchenden von den Unternehmen nur ausgenutzt. [Lesen:...]

Skript des Beitrages aus der „Exakt“-Sendung
vom 26.6.2007.



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(Anm.: Diese Seite befindet sich zu großen Teilen noch im Aufbau. Die Materialien zu den jeweiligen Themen werden Stück für Stück ergänzt. Solltest du etwas wichtiges vermissen, so bitten wir dies zu entschuldigen.)

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