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Fakten, Fakten, Fakten
Studierende, Praktika und prekäre Arbeit
Um einen kurzen Überblick über die Prekarität und den sozialen und psychischen Druck von lohnabhängigen Studierenden zu erhalten, haben wir eine Studie ausgewählt, die an der RWTH Aachen, TU Berlin und der Uni Dortmund durchgeführt wurde, und exemplarisch hier aufgenommen. Der Fokus liegt hierbei auf der Situation von Studierenden innerhalb der Praxissemester und der AbsolventInnen-Praktika in den Ingenieurswissenschaften.
Neben dem Studium arbeiten bundesweit 70% der Studierenden (ob von der Uni oder der FH macht hier keinen Unterschied). In Berlin zum Beispiel müssen 140.000 von insgesamt 200.000 Studierenden jobben, um (einen Teil) ihres Lebensunterhalts zu bestreiten. (Der Umfang des Jobbens ist dabei nicht berücksichtigt).
Der Trend, neben dem Studium jobben zu müssen, stieg in den letzten Jahren immens an. Jedoch muss auch erwähnt werden, dass von der Gesamtzahl der JobberInnen 73% fachbezogen arbeiten und darin eine Tätigkeit sehen, um auch Erfahrungen für die spätere Berufspraxis zu sammeln. Generell aber sind Studierende sehr stark an Hiwi-Arbeitsplätzen eingesetzt.
In der Studie hat die Hälfte der Befragten angegeben, dass sich Studiengebühren negativ auf ihr Studium auswirken. Die meisten wollen daher ihr Studium schneller beenden oder mehr jobben, um die finanziellen Belastungen zu meistern. An der TU Berlin müssen dieser Umfrage zufolge 64% der Studierenden mehr jobben, um sich ihr Studium überhaupt leisten zu können (Vergleich Dortmund 33%, Aachen 38%).
In AbsolventInnenpraktika klagen 53% über Ausbeutung, weil sie reguläre Tätigkeiten ausgeübt haben; 40% erhielten keinen Lohn trotz Vollarbeit (kein Lebensunterhalt gewährleistet), 36% mussten Überstunden leisten, 33% litten unter Arbeitsdruck. Der Zweck des Praktikums hat selten berufliche Orientierung. Charakteristisch dafür sind:
- nach zwei Jahren hatten 56% der oben befragten den Berufseinstieg noch nicht geschafft;
- Praktikumsschleifen erhöhen die Gefahr steigender Abhängigkeit von staatlichen, meist aber familiären Einkommensquellen;
- enorme psychische Belastung;
- 56% leben u.a. von finanzieller Unterstützung der Eltern;
- fehlende Planbarkeit der beruflichen und familiären Zukunft
Dass sich die Studierenden innerhalb des Praktikums gegen Ausbeutung zur Wehr setzen, ist praktisch nicht gegeben. Das liegt u.a. daran, dass 40% jedes Jahrgangs nicht mehr durch traditionelle duale Ausbildungsverhältnisse in den Beruf eintreten, sondern über ein Hochschulstudium. Bei den traditionellen Werdegängen war der Kontakt zu Interessensvertretungen wie Betriebsrat, Jugendvertretungen und gewerkschaftlichen Vertrauensleuten deutlich besser. Diese konnten dann angesprochen und Probleme behoben werden, wenn jedoch die Gremien den Abhängig Beschäftigten nicht bekannt sind, stehen diese mit ihren Problemen alleine da. Gleichzeitig wirken sie als Faktoren der Prekarisierung, weil sie so viele Herabsetzungen der Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen (müssen).
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(Anm.: Diese Seite befindet sich zu großen Teilen noch im Aufbau. Die Materialien zu den jeweiligen Themen werden Stück für Stück ergänzt. Solltest du etwas wichtiges vermissen, so bitten wir dies zu entschuldigen.)
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