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Ehrenamtliche Tätigkeit
Die Expansion von unbezahlter Arbeit wird zurzeit stark im sozialen Bereich vorangetrieben, indem einst bezahlte Stellen bei sozialen und öffentlichen Einrichtungen in unbezahlte ehrenamtliche Tätigkeit umgewandelt werden. In vielen Ländern, wie z.B. in den USA und Großbritannien, wird dieser Prozess von Seiten des Staates als positive Entwicklung verkauft; positiv deshalb, weil sich der Staat zurückziehe und damit gesellschaftliche Selbstorganisation fördere. Dies soll jedoch darüber hinwegtäuschen, dass der Staat auf diese Weise massiv soziale Leistungen kürzt und damit den Druck auf die lohnabhängige Bevölkerung verstärkt. Auch in Deutschland nimmt diese Tendenz zu, was damit im Zusammenhang steht, dass die Kommunen ihren Haushalt entlasten wollen, indem sie Leute mit sozialem Gewissen für solche unbedingt notwendigen Arbeiten einspannen, während die besitzenden Klasse immer weniger zur Finanzierung des Sozialhaushaltes beiträgt. „Billig und willig. Ehrenamtliches Engagement wird hierzulande systematisch gefördert, denn kostenlose Arbeit ist unverzichtbar.“ Freizeit war gestern. Heute ist Freiwilligenarbeit statt Faulenzen gefordert. Die Reformlawine hat längst auch die privatesten Bereiche erreicht. Natürlich haben sich immer schon Hunderttausende in Vereinen, gemeinnützigen Organisationen oder nachbarschaftlichen Initiativen engagiert. Doch angesichts der chronisch leeren öffentlichen Kassen wird die kostenlose Arbeit für immer mehr gesellschaftliche Bereiche unverzichtbar. Darum wird die "Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements" wird seit vielen Jahren von Politik, Verbänden, Unternehmen und Kirchen systematisch gefördert. Ziel ist die "Bürgergesellschaft": In Zukunft sollen die Menschen eigenverantwortlich z.B. die sozialen Probleme vor Ort selbst in die Hand nehmen. Das klingt gut, verschleiert aber, dass Wirtschaft, Kapitalbesitzer und Vermögende seit Jahren immer weniger zur Finanzierung der öffentlichen Kassen beitragen. Sie profitieren davon, dass andere kostenlos schuften. [Lesen:...] Artikel in: Telepolis (18.7.2006); Link via Labournet
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