Unbezahlte Überstunden

Unbezahlte Überstunden sind nicht neues; sie sind geradezu ein Klassiker der unbezahlten Arbeit. Unter dem gegenwärtigen Trend der Flexibilisierung expandieren aber auch sie wieder gewaltig. Wie bei so vielen Formen der unbezahlten Arbeit, ist das rechtlich eigentlich nicht zulässig. Ist die Mehrarbeit eigentlich zu vergüten, erfolgt sie durch technische Kniffe der Chefs und durch Ahnungslosigkeit der ArbeiternehmerInnen sehr häufig unbezahlt (z.B. durch das Ansammeln dieser auf Zeitkonten, die dann letztlich verfallen). Hinzu kommt, dass es viele dies als unumgänglich betrachten, wenn sie nicht in Ungnade beim Chef fallen und sich damit ein Entlassungsrisiko einhandeln wollen. Mit durchschnittlich 4,6 unbezahlten Überstunden in der Woche leisten die deutschen ArbeitnehmerInnen die meiste unbezahlte Arbeit dieser Form in Europa. Besonders problematisch werden Überstunden, wenn sie auch noch im Rahmen eines ohnehin unbezahlten oder Billigarbeitsverhältnisses erfolgen, wie es häufig im Praktikum oder der Ausbildung geschieht.


„Die neue Ausbeutung. Auszubildende als Billiglöhner“

Die meisten denken doch so: Ein Azubi soll froh sein, eine Stelle zu kriegen. Sie kostet das Unternehmen ja auch Geld. Aber wenn alle ehrlich rechnen würden, wüsste man, dass das so nicht stimmt. Wirtschaftsforscher haben untersucht: Azubis rechnen sich. Mit massig Überstunden können sie sogar richtig Geld abwerfen. Die neuen Billig-Jobber. Aufgemuckt wird nicht. [Lesen:...]

Skript zum Beitrag aus der MONITOR-Sendung Nr. 574 am 13. März 2008


„Unbezahlte Überstunden nehmen zu“

Die Anzahl der Überstunden in Deutschland wächst und unbezahlte Mehrarbeit ist auf dem Vormarsch. Zu diesen Befunden kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Das Ergebnis der Untersuchung ist bemerkenswert, da die Arbeitzeitberechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg, seit Jahren einen Rückgang der bezahlten Überstunden ausweisen. Überstunden zu bezahlen, das ist aber nur eine von verschiedenen Kompensationsvarianten. Rechnet man unbezahlte und diejenige durch Freizeit kompensierte Mehrarbeit hinzu, dann sei die Zahl der Überstunden laut DIW jedoch im Steigen begriffen. [Lesen:...]

Artikel auf monster.de (17.7.2006)


„1,5 Milliarden unbezahlte Überstunden“

Angestellte in Deutschland haben 2007 fünf Prozent mehr bezahlte Überstunden geleistet. Doch vor allem im Handel und der Gastronomie bleiben Zusatzstunden oft unvergütet. [Lesen:...]

Artikel auf Focus Online vom 3.3.2008


„Unbezahlte Überstunden. Vertragsklauseln ungültig“

Klauseln in Arbeitsverträgen, nach denen es für Überstunden pauschal und ohne Einschränkung kein zusätzliches Geld gibt, gelten nicht. [Lesen:...]

Artikel bei ntv.de (26.3.2008)


„Unbezahlte Mehrarbeit aus Angst um den Arbeitsplatz“

Studie: Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern leisten trotz höherer vertraglicher Arbeitszeiten mehr freiwillige Überstunden als westdeutsche Arbeitnehmer. Je höher die Arbeitslosenrate einer Region, desto mehr unbezahlte Überstunden leisten Arbeitnehmer in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Unpaid Overtime in Germany: Differences between East and West" von Silke Anger, HU. [Lesen:...]

Pressemitteilung des Informationsdienstes Wissenschaft (8.7.2004); siehe auch die ganze Studie [Download via IDW]


„1.000 unbezahlte Überstunden“

Es gibt Tage, da kann Joachim Schulz nicht mehr. Der Mann, der aus Angst, arbeitslos zu werden, seinen richtigen Namen nicht nennen will, hat im zurückliegenden Jahr mehr als 1.000 Überstunden geleistet. Unbezahlte Überstunden. "Ich arbeite jeden Tag mindestens 12 Stunden", sagt Schulz, der für einen Discountmarkt in einer Stadt in Sachsen-Anhalt verantwortlich ist. "Es gibt 13-, 14-, 15-Stunden-Tage, teilweise von 5 bis 21.30 Uhr." "Sittenwidrig" und "kriminell" sei es, wie sein Arbeitgeber mit seinen Mitarbeitern umgehe. [Lesen:...]

die tageszeitung (18.04.2009); VON ANDRÉ SEIFERT



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