Formen der unbezahlten Arbeit

Unbezahlte Arbeit existiert in vielerlei Formen. Im Folgenden findest du eine kleine Auflistung der verschiedenen Typen jener Überausbeutung:

  • Praktika: eigentlich als Einfühlung bzw. Orientierung gedacht, werden Praktika häufig dazu missbraucht, reguläre Stellen zu ersetzen, indem PraktikantInnen übliche Arbeiten im Betriebsablauf übernehmen.
  • Probeschichten: eigentlich ein befristetes Arbeitsverhältnis auf Probe, werden ProbearbeiterInnen häufig rechtswidrig dafür ausgenutzt, kostenlos Arbeiten für einen Betrieb zu erbringen, in der Hoffnung auf eine Festanstellung.
  • Lehraufträge: Trend insbes. an den Hochschulen, durch unbezahlte Lehrtätigkeiten Gelder einsparen. Vor allem jungen AkademikerInnen, die sich dadurch Vorteile für ihre Karriere erhoffen, werden dafür eingespannt.
  • Ehrenamtliche Tätigkeit: Trend, bezahlte soziale bzw. öffentliche Stellen in ehrenamtliche Tätigkeit umzuwandeln, um im Sozialhaushalt zu sparen.
  • Überstunden: Mehrarbeit, bei der die vertragliche Arbeitszeit überschritten wird; ist eigentlich zu vergüten, erfolgt sie durch technische Kniffe der Chefs und Ahnungslosigkeit der ArbeiternehmerInnen sehr häufig unbezahlt.
  • Schulungen: vom Betrieb verlangte Fortbildungsmaßnahmen; sind eigentlich zu vergüten, weil sie z.B. mit Freizeitausfall verbunden sind, oftmals aber unbezahlt, weil Ahnungslosigkeit der ArbeitnehmerInnen ausgenutzt oder auf sie Druck ausgeübt wird.
  • Lohnvorenthaltung: das klassische Problem, dass der Arbeitergeber geleistete Arbeitszeiten nicht vergütet, für die den ArbeitnehmerInnen rechtmäßig Lohn zusteht, seien es ganze Gehälter die vorenthalten oder gewisse Arbeitsstunden bzw. -leistungen, die nicht anerkannt werden.

     (Die Liste ist sicherlich noch ausbaufähig.)

Zu berücksichtigen ist, dass unbezahlte Arbeit nicht erst dann vorliegt, wenn kein Euro und kein Cent für geleistete Arbeit ausgezahlt werden. Oftmals sind Entlohnungen eher symbolischer Art und gleichen mehr einem Almosen. Eine Praktikantin, die z.B. eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro für einen Monat Arbeit enthält, kann getrost als unbezahlte Arbeiterin begriffen werden. Ebenso ein Azubi, der z.B. 400 Euro im Monat erhält und 39,5 Stunden die Woche arbeitet (Überstunden nicht mit berechnet!). Letzteres bedeutet eine stundenbezogene Vergütung von weniger als 2,50 Euro. Zum einen kann dies kaum als „Lohn“ bezeichnet werden. Zum anderen entspräche dies, setzte man einen Stundenmindestlohn von, sagen wir mal, 5 Euro (um niedrig zu rechnen) voraus, jeden Monat einer Gesamtzahl von 80 unbezahlter Arbeitsstunden. Ein ähnliches Problem ergibt sich mit den Ein-Euro-Jobs, die unseres Erachtens ebenso schon mehr in den Bereich der unbezahlten Arbeit als in den Bereich der Billigarbeit gehören. Dennoch wollen wir die Ein-Euro-Jobs, die mit Sicherheit noch mal ein ganz anderes und tückischeres Problem darstellen, nicht in den Rahmen der Kampagne stellen.



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