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Internationales - 28.03.07 von Internationales Sekretariat der FAU-IAA

Ein Jahr Streik, ein Jahr Kampf, ein Jahr Würde

(Sevilla, 26. März 2007) Am 23. März 2006 begann von der CNT betriebener ein Streik im Mercadona-Logistikzentrum in Sant Sadurní d'Anoia, der als Ultima Ratio auf die Verweigerung des Dialogs durch den die Forderungen der ArbeiterInnen vollständig ignorierenden Konzern beschlossen wurde. Vor dem Beginn des Streiks begannen die ArbeiterInnen ihre gewerkschaftliche Arbeit und konzentrierten ihre Forderungen auf die Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz, den Protest gegen den Lohnabzug für die halbstündliche Mittagspause oder die Freiheit der gewerkschaftlichen Aktivität, weil der Druck von Seiten der Mercadona-Chefs immer offensichtlicher wurde. Das alles führte zur Entlassung einiger Genossen, die dann den Streik auslösten.

Für den Beginn des Streiks war die zahlemäßig starke Präsenz der Guardia Civil [kasernierte Landpolizei] bezeichnend, die die Streikposten kontrollierte um zu verhindern, dass die Steikenden die anderen ArbeiterInnen mit Informationen über den Konflikt versorgten. Vom ersten Streiktag an wurden auch ArbeiterInnen aus anderen Mercadona-Zentren nach Sant Sadurní d'Anoia gebracht, was von der CNT als Verletzung des Streikrechts angezeigt wurde. Die Anzeige basierte nicht nur auf der bloßen Beobachtung aus anderen Zentren gekommener ArbeiterInnen, sondern
auf einer dem VII. Sozialgericht Barcelonas Monate später zugesandten Liste von 189 ArbeiterInnen, die von Mercadona vom 23. März bis 31. Juli in einem Hotel in Martorell untergebracht worden waren.

Als der Streik dann in einen unbefristeten umgewandelt wurde, begannen verschiedene Protestmaßnahmen, unter denen die Vielzahl von Demonstrationen in Barcelona hervorstach. Außerdem hat sich die gesamte Konföderation [CNT] von Anfang an mit ihren GenossInnen solidarisiert und es gab das ganze Streikjahr lang zahllose Versammlungen in und vor Mercadona-Supermärkten des ganzen Landes: von Huelva bis Galizien, von Granada bis Asturies, Málaga, Madrid, Valladolid, Zaragoza, Baskenland... Es gibt nicht ein Syndikat der Konföderation, das keine Protestaktionen durchgeführt, Propaganda verteilt oder für die kämpfenden GenossInnen in Sant Sadurníd'Anoia gespendet hätte.

Aber die Fronten wurden in alle Richtungen eröffnet. Sogar vor dem Außenministerium, denn die Mehrzahl der ArbeiterInnen, lateinamerikanische ImmigrantInnen, wurde in verschiedenen Kontingenten (vor allem aus Ecuador und der Dominikanischen Republik) auf der Grundlage von internationalen Vertägen zur Zusammenarbeit auf dem Arbeitsmarkt nach Spanien gebracht. CNT zeigte dabei, dass das Ministerium, das ihre Einreise möglich gemacht hatte, sich danach nicht für die Bedingungen interessierte unter denen die ArbeiterInnen eingestellt wurden, deren extreme Bedürftigkeit von der Gier der Konzerne ausgenutzt zu werden pflegt.

Die Anzeigen, von denen sich gegen Ende Juni bereits 15 Stück vor der Arbeitsinspektion angehäuft hatten, blieben ohne Konsequenz. Am 10. Juli wurde endlich eine Inspektion bei dem Konzern durchgeführt, bei der Mercadona die Inspektoren schwer behinderte indem ihnen 40 Minuten lang der Zugang zum Werk verwehrt wurde. Das brachte der Firma eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro ein. Abgesehen davon fanden die Inspektoren Mängel in Bezug auf Sicherheit und Hygiene vor, was den Streikenden Recht gab, und bestätigte auch die Nötigung am Arbeitsplatz, denn die Spinde der streikenden ArbeiterInnen waren ausgeräumt.

Zu diesen von der Arbeitsinspektion ermittelten Daten kam dann noch die Erklärung der Unrechtmäßigkeit der Entlassungen die den Streik ausgelöst hatten. Damals wussten wir auch schon, dass das II. Sozialgericht von Córdoba der CNT im Fall einer von ihr erstatteten Anzeige wegen Nötigung einer Arbeiterin von Mercadona in Bolullos Par del Condado am Arbeitsplatz Recht gab - der Konzern von Juan Roig wurde daraufhin zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 20.000 Euro verurteilt.

Vom ständigen Sekretariat des Nationalkomitees der CNT wurde der Streik in jedem Moment unterstützt, und in mehr als einem Fall reisten Mitglieder desselben nach Barcelona um diese Unterstützung zu zeigen, so wie es bei der Demo am vergangenen 15. Juli zu der die gesamte Konföderation aufgerufen hatte geschah, als Rafael Corrales, Generalsekretär und Antonio Baena, Sekretär der Gewerkschaftlichen Aktion daran teilnahmen. Sie waren es auch die gegen Anfang August bei einem Treffen mit Mercadona-Chefs in einem Hotel in Sevilla als Verhandlungsführer der CNT auftraten. Als sich ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss abzeichnete, zog Mercadona sich in letzter Minute zurück und bot, die Vorgespräche außer Acht lassend, die Zahlung von 50 Millionen Peseten [entsprechen c.a. 310.000 Euro] an... und alles vergessen. Dieser Vorschlag wurde von den Mitgliedern des Ständigen Sekretariates - in ständigem Kontakt mit der [Mercadona-]Betriebsgruppe - aufs Schärfste zurückgewiesen, weil der Versuch die Streikenden zu kaufen für vollkommen inakzeptabel und für eine Verhöhnung der Würde der ArbeiterInnen erachtet wurde. Im auf die fehlgeschlagene Verhandlung folgenden Monat wurde dann einer der Repräsentanten des Konzern bei dieser, der Personaldirektor José Antonio Jiménez, seines Postens enthoben.

Während Mercadona Verantwortliche austauschte, rief die CNT zu einer Demonstration in València, der Heimatstadt der Einzelhandelskette, auf und änderte die Strategie im Konflikt: der Streik wandelte sich von einem totalen unbefristeten in einen partiellen befristeten, bei dem die Arbeitsniederlegungen von 22h donnerstags bis 22h freitags stattfanden. Als Reaktion auf diese Veränderungen begann Mercadona mit Entlassungen [einiger CNT-Mitglieder], unter ihnen der Sekretär der Betriebsgruppe, José Alberto Uribe. Der Prozess wegen seiner Entlassung und der des Genossen Lisandro fand am vergangenen 19. Februar statt und dabei wurden gegen die Genossen falsche und verleumderische Vorwürfe erhoben. Die letzte der Entlassungen fand Mitte Februar statt und traf den Genossen Iván Enrique Crispín Llerena.

Aber vielleicht war der dramatischste Moment des Konfliktes gegen Ende September, als ein Mitglied des Streikkomitees brutal zusammengeschlagen wurde, während ihm "Das ist für Mercadona" an den Kopf geworfen wurde. Die Tat rief eine enorme Entrüstung hervor, verminderte aber in keinem Augenblick die Kraft und Hingabe der CNT, ganz im Gegenteil. Als Reaktion auf das Kommuniqué des Ständigen Sekretariates der CNT zu diesem Vorfall wurden auch der Sekretär der CNT-Lokalföderation Barcelona, Gaspar Fuster, der Presse- und Kommunikationssekretär des Nationalkomitees, José Álvarez, und der Sekretär der Betriebsgruppe in Sant Sadurní, José Alberto Uribe Opfer von Anzeigen. Aber auch Mitglieder anderer Syndikate außerhalb Kataloniens mussten Geldstrafen wegen Aktionen gegen Mercadona zahlen, wie z.B. in Guadalajara oder Parla.

Bereits zu Beginn dieses Jahres fand der Prozess gegen Mercadona wegen der Verletzung des Streikrechtes statt, denn der Konzern hatte seit Beginn des Konfliktes fast 200 ArbeiterInnen nach Sant Sadurní gebracht; das Urteil ist noch nicht bekannt. Der Kampf allerdings ist auch in den ersten Monaten des Jahres 2007 weitergegangen, so wurde beispielsweise aktiv an der Demonstration am 21. März in Barcelona in Verbindung mit anderen Sektoren im Arbeitskampf, wie SEAT oder Códex, teilgenommen, wobei im (für die Gewerkschaft gut ausgegeangenen) Konflikt bei letzterem Konzern auch die CNT die treibende Kraft war.

Und der Kampf geht weiter, jetzt wo ein intensives Jahr des Kampfes für die Würde bei der Arbeit zu Ende geht. Deshalb ist für den kommenden Samstag eine Demonstration angemeldet die um 12 Uhr auf der Plaça de Països Catalans starten wird. Die Gesamtheit der CNT wird weiterhin den Kampf ihrer Genossen intensiv unterstützen bis ihre Rechte respektiert und Forderungen erfüllt werden.

Für mehr Information: José Alberto Uribe, Sekretär der CNT-Betriebsgruppe im Logistikzentrum von Sant Sadurní d'Anoia. Tel.: 0034-626-329 128

(Übersetzung: Robin/FAU Berlin)

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