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Internationales - 08.01.07 von Internationales Sekretariat der FAU-IAA

Streikbruch - Mercadona vor Gericht

Zwischen Anzeigen wegen Korruption in Málaga, wird morgen die Anklage gegen Mercadona wegen der Verletzung des Streikrechts eingewanderter ArbeiterInnen verhandelt. Die CNT und die ArbeiterInnen werden sich um neun Uhr außerhalb des Gerichtsgebäudes treffen um bei der Anhörung Gerechtigkeit zu fordern.

Morgen findet der Prozess statt bei dem laut der Richterin ersichtlich wird ob Mercadona das Streikrecht der ImmigrantInnen, die der Konzern in ihren Heimatländern angeworben hat, verletzt hat. Auf der anderen Seite steht Mercadona auch unter Korruptionsverdacht in Málaga, denn die Izquierda Unida[Vereinigte Linke, Bündnis der kommunistischen, grünen u.a. Parteien]-Gruppe im Stadtrat hat bei der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft ein mögliches Bestechungsdelikt zwischen dem Rat und der Supermarktkonzern angezeigt.

Die bereits zweimal verschobene Anhörung wird morgen im 7. Sozialgericht Barcelonas um halb zehn stattfinden. Die letzte Verschiebung wurde eingeräumt um der CNT die Möglichkeit zu geben, die dem Gericht auf dessen Antrag hin zugesandten Beweise, vor allem in Bezug auf die Unterbringung von fast 200 ArbeiterInnen in einem Drei-Sterne-Hotel in Martorell hin.

Das Hotel schickte die Buchungen von allen ArbeiterInnen die auf Kosten von Mercadona fünf Monate lang, vom 23. März bis zum 31. Juli 2006 untergebracht wurden. So erschienen die Namen von 189 ArbeiterInnen auf der von der Hotelkette erstellten Liste.

Seit der unbefristete Streik von Mercadona-ArbeiterInnen in Sant Sadurní d'Anoia (Barcelona) begnnen hatte, zeigten sowohl das Streikkomitee wie auch die CNT im mehreren Fällen an dass Mercadona dieses Recht der ArbeiterInnen verletzte, indem der Konzern StreikbrecherInnen in das bestreikte Logistikzentrum brachte. Außerdem gaben sie [das Streikkomitee und die CNT] bekannt dass das Steikkomitee nicht die Arbeitsbereiche des Logistikzentrums betreten konnte, wo sie visuelle Beweise für die
Anwesehneheit der StreikbrecherInnen erhalten hätten können. Die Liste [der Hotelkette] ist für CNT "das Foto dieser Vorwürfe".

Auf der Grundlage dieser Beweise, die sich jetzt in Händen des Gerichts und der Gewerkschaft befinden, wird vermutet dass Mercadona allein in die Unterbringung der ArbeiterInnen von März bis Juli, weit mehr als eine Million Euro investiert hat, denn der Preis des Hotels pro Person und Übernachtung beträgt laut der Homepage der Hotelgesellschaft 90 Euro. Abgesehen davon kündigt die CNT an, dass "das nur die Spitze des Eisberg ist, denn morgen werden weitere Daten ans Licht kommen die das
verdeutlichen was Mercadona über ein halbes Jahr lang zum Schaden der Belegschaft gemacht hat."

Es ist notwendig daran zu erinnern dass die ArbeiterInnen, die von Mercadona aus Lateinamerika mittels "Verträgen im Heimatland" nach Spanien gebracht wurden, bei Beginn des Streiks ziemlich ermutigt waren den Streik beizubehalten. Als Folge dessen schickten fünfzig von ihnen ein Kommuniqué an den Konzern in dem sie das Verhalten der Konzernführung in Bezug auf ArbeiterInnenrechte zurückwiesen. Kurz bevor der Streik begann, fing Mercadona an recht viele Personen von außerhalb in das Logistikzentrum zu bringen, was dazu führte dass viele nach und nach den Streik abbrachen weil er keinen Einfluss zu haben schien, oder einfach aus Demoralisierung.
Diese Entwicklung setzte sich fort bis lediglich 17 Streikende übrig blieben die ein halbes Jahr durchhielten, was der längste Streik Kataloniens war.

Im September wurde der unbefristete Streik dann in einen partiellen und der Einschätzung de beteiligten ArbeiterInnen überlassenen umgewandelt, sodass sich bis heute im Durchschnitt drei ArbeiterInnen pro Woche (alle Immigranten) auf organisierte und koordinierte Weise den Streikenden "von außerhalb" bei den Arbeitsniederlegungen anschließen.

Korruption in Málaga

Wie bereits mehrere Medien am 3. Januar berichteten, übernahm Mercadona die Kosten für ein großes Festessen das der Bürgermeister von Málaga 5.000 Anwohnern anbot. Dieses Ereignis, das anfangs keinen Sinn zu ergeben scheint, klärt sich auf wenn man weiß dass der letzte in Málaga eröffnete Supermarkt des Konzerns keine Erstbezugslizenz hatte. In Endeffekt also die übliche und bekannte Praxis, Politiker für kleine Gefallen zu bezahlen.

Der Bürgermeister und die Stadtversammlung eröffneten den neuen Supermarkt am vergangenen 23. Dezember, zu dem Termin wurden laut Information von andalusischen und landesweiten Medien die lokalen Medien nicht eingeladen.

Mercadona wollte so seine Urheberschaft bei der Finanzierung dieses Festessens des PP Málagas vor den Wahlen verheimlichen, weshalb der Bürgermeister, der alle Nachbarschaftsvereine einlud sich auch weigerte den Namen des geheimen Spenders zu verraten. Trotzdem wurde seine "menschenfreundliche" Absicht enttarnt als PSOE und IU von der Opposition aus diese Episode, die jetzt in Händen der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft liegt auffliegen ließen.


Federación Local de Sindicatos de Barcelona de la CNT-AIT
Secretaría General - Gaspar Fuster
Para ampliar información, Jose Alberto Uribe, secretario de la sección
sindical de CNT y portavoz del comité de huelga .....626 329 128

Confederació Nacional del Treball CNT-AIT
Sindicat d'Oficis Varis de Barcelona
Plç. Duc de Medinacelli 6, entresuelo 1ª 08002 Barcelona
Teléfono/fax: 93 317 05 47 sov@barcelona.cnt.es http://www.cnt.es

(Übersetzung: Robin/FAU Berlin. Anm.: Die Erläuterungen in eckigen Klammern sind vom Übers., die runden aus dem Original)

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