Internationales - 14.10.06
von Sindicat d'Oficis Varis de Barcelona
Hexenjagd: Mercadona entlässt einen weiteren Streikenden
(Barcelona, 10.10.2006) Es folgt eine Hexenjagd: Mercadona entlässt einen weiteren Streikenden. Mit dieser Entlassung erhöht sich die Zahl der Kündigungen auf drei seit Beginn des unbefristeten partiellen Streiks und auf sechs seit Beginn des Konflikts.
Seitdem der unbefristete Streik in partielle Arbeitsniederlegungen umgewandelt wurde, fährt Mercadona mit der Entlassung der ArbeitsmigrantInnen fort. Letzte Woche wurde die Kündigung zweier Gewerkschaftsdelegierter vollzogen, heute Abend wurde ein Arbeiter aus Costa Rica entlassen. Die Situation spitzt sich immer mehr zu, da ein weiterer Arbeiter aufgrund von Krankheit fehlt und sich davon erholt, von fünf organisierten Individuen brutal zusammengeschlagen worden zu sein.
Streikender bei Mercadona brutal angegriffen
Eine disziplinarische Entlassung war die heute Abend seitens der Geschäftsführung von Mercadona ergriffene Maßnahme, dieselbe wie im Falle der anderen Streikenden. Die CNT warnt davor, dass Mercadona die Situation dieser ArbeitsmigrantInnen ausnutzt, die beschlossen haben, sich zu organisieren und ihre Rechte wahrzunehmen. Mercadona verletzt der CNT zufolge ebenfalls die Grundrechte auf Vereinigung und Gewerkschaftsbildung, was das Drama der ArbeiterInnen hervorhebt, die Mercadona in ihren Ländern für freie Stellen anwarb und ihnen dabei eine anständige Arbeit versprach.
Zudem geschieht es, dass diese ArbeitsmigrantInnen - deren Papiere ordnungsgemäß sind - über keine Garantie verfügen, dass irgendein Arbeitsrecht eingehalten wird, wie es das Elend beispielhaft zeigt, das diesen ArbeiterInnen aufgrund des bloßen Umstands widerfahren ist, eine Gewerkschaftssektion zu gründen. Dies löste so den unbefristeten Streik aus, der sechs Monate dauerte und vor zwei Wochen umgewandelt wurde.
Für die CNT können die letzten Vorfälle im Rahmen dieses Streiks bei Mercadona in Sant Sadurní d'Anoia (Barcelona), wie die Entlassung von sechs Streikenden oder das brutale Zusammenschlagen eines Mitglieds des Mercadona-Streikkomitees durch fünf organisierte Individuen, in einer Gesellschaft, die sich gerne der Gültigkeit des "Rechtsstaats" und der Demokratie rühmt, nicht ungestraft bleiben.
Andererseits möchte die CNT ihre entschiedene Ablehnung ausdrücken angesichts der gestrigen Verleihung einer Medaille an den Vorsitzenden von Mercadona, Juan Roig, durch den Präsidenten der Generalitat von Valencia, Francisco Camps, einer Auszeichnung dafür, dass er "seine ArbeiterInnen gut behandelt". Die CNT erinnert daran, dass Juan Roig bis heute dutzende und aberdutzende Male wegen der Verletzung von Grundrechten verurteilt worden ist, schuldig gesprochen wurde, die Grundrechte der Frauen und arbeitenden Mütter verletzt zu haben, und aufgrund von Verstößen gegen die Würde der Frauen sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Auch deswegen wurde der längste Streik in der Geschichte Kataloniens aufrechterhalten.
Schließlich kündigt die CNT bevorstehende gerichtliche Schritte gegen die Art von Maßnahmen an, welche Juan Roig und seine Geschäftsführung in diesen Tagen durchführen, da die Linie verfolgt wird einer Beendigung des Streiks abseits jeder Art gebräuchlichen und rechtlichen Weges, der Gewerkschaftsverfolgung, der Angst und der Verbreitung von Schrecken auf Seiten der Belegschaft, wenn sie von den Rechten dieser ArbeitsmigrantInnen Gebrauch machen.
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