
Anfang September 2009 wurden in Serbien sechs soziale AktivistInnen verhaftet. Unter ihnen befinden sich auch GewerkschafterInnen der anarcho-syndikalistischen «Anarho-sindikalistička inicijativa» (ASI).
Anfang Dezember kündigte die serbische Staatsanwaltschaft an, den Untersuchungshäftlingen im Frühjahr 2010 den Prozess wegen eines Deliktes des "Internationalen Terrorismus" zu machen. Den Angeklagten drohen dabei Haftstrafen von bis zu 15 Jahren für eine Aktion an der griechischen Botschaft in Belgrad, bei der durch Brandflaschen minimaler Sachschaden an der Außenfassade entstand. Die ASI hatte bereits im September erklärt, mit dieser Aktion - die von einer unbekannten Gruppe mit der Unterstützung eines hungerstreikenden griechischen Gefangenen aus den sozialen Unruhen Ende 2008 begründet wurde - nichts zu tun zu haben. Die griechische Regierung ist der stärkste Befürworter eines angestrebten serbischen EU-Beitrittes. Das könnte, ebenso wie das Interesse daran, in Krisenzeiten die anarcho-syndikalistische Bewegung zu schwächen, der Hintergrund der Anschuldigungen und der aberwitzigen Strafandrohungen sein.
Seit mehreren Monaten läuft eine internationale Kampagne mit der Forderung nach Freilassung der «Belgrade 6». Auf dieser Seite findet ihr Hintergründe und Berichte dazu. Wir möchten euch bitten, die Forderungen aktiv zu unterstützen und euch ihm Rahmen eurer Möglichkeiten mit den serbischen sozialen AktivistInnen und GewerkschafterInnen zu solidarisieren.
Am 17. Februar 2010 begann in Belgrad der Prozess. Der erste Prozesstag endete mit der vorläufigen Freilassung der Gefangenen. Außerdem scheint sich abzuzeichnen, dass die Anklage wegen „internationalem Terrorismus“ fallengelassen und durch minder schwere ersetzt werden soll.