|
drucken
Fenster schließen
|
FAU MagdeburgOG - 01.06.2008 von faumd3
c/o Blaue Welt Archiv
ES könnte so schön sein: die Produktivität steigt und
steigt, immer weniger Arbeit wird eigentlich benötigt, um ein menschenwürdiges
Leben für alle zu garantieren. Und dennoch haben wir immer mehr Stress:
entweder wir werden auf Arbeit verheizt, in der Schule oder Uni für den
Überlebenskampf gedrillt oder auf den Ämtern schikaniert. Das Leben
der meisten Menschen ist von Angst bestimmt - der Angst, den Job zu verlieren,
allein zu sein, den Anschluss zu verpassen. WIR - eine noch kleine Gruppe von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen
(vom Azubi und Studenten bis hin zum Langzeitarbeitslosen und Vollzeitmalocher)
- haben uns zu einer Ortsgruppe der Freie ArbeiterInnen Union (FAU) zusammengeschlossen,
weil wir der Meinung sind, dass das bestehende - ebenso unsinnige wie menschenverachtende
- System einer organisierten Gegenwehr bedarf. Wir sind der Meinung, dass politische
Feierabendaktivitäten wie auch Ein-Punkt-Bewegungen nicht ausreichend sind,
wenn wir die heutigen Herrschaftsstrukturen ernsthaft in Frage stellen wollen.
Die FAU versucht daher, den Widerstand dort zu organisieren, wo wir selbst am
meisten betroffen sind: auf Arbeit, dem Arbeits- bzw. Sozialamt, der Uni oder
dem ganz alltäglichen Lebensumfeld im Stadtteil. Soviel der großen Worte - wie setzen wir diese Ansprüche konkret um? Bisher haben wir z.B. versucht, das zarte Pflänzchen sozialer Gegenwehr in Magdeburg zu unterstützen. Wir haben uns an den Mobilisierungen zur Demo am 3.4. in Berlin (und natürlich an der Demo selbst) und an der 1.-Mai-Kundgebung in Dessau beteiligt und wir arbeiten auch am hiesigen Sozialforum mit. Außerdem waren auf dem jüngsten Ostermarsch in die Colbitz-Letzlinger Heide vertreten und haben die NichtwählerInnen-Wahlsieg-Party zu den Kommunal-/Europawahlen mit organisiert. Bei verschiedenen Aktionen, wie z.B. dem Umsonstkino, sind wir mit eigenen Infoständen vertreten. Künftig möchten wir uns verstärkt mit Fragen des Arbeits- und
Sozialrechtes beschäftigen, um uns selbst und unseren FreundInnen bei Auseinandersetzungen
mit dem Chef oder der Sachbearbeiterin unterstützen zu können. Außerdem
wollen wir ein wachsames Auge auf die Entwicklungen in der Region halten, damit
wir die - mit einiger Sicherheit in absehbarer Zeit aufflammende - Gegenwehr
unterstützen, d.h. vor allem Solidarität organisieren können. Das ist ein nicht eben geringer Anspruch - verglichen mit der Größe
unserer Gruppe. Um unsere Ansprüche wirksam umsetzen zu können, brauchen
wir natürlich möglichst viele MitstreiterInnen. Vielleicht kannst
DU uns ja dabei unterstützen? Keine Angst - wir sind und brauchen
keine Politprofis oder Berufsrevolutionäre. Gemeinsame Aktionen und Diskussionen
sollen vor allem auch Spaß machen. Und nicht jedeR muss sich an allem
beteiligen, was wir tun - uns ist klar, dass die meisten nur über ein arg
beschränktes Zeitbudget verfügen. Was wir konkret angehen, hängt
letztlich von den Leuten ab, die in der Gruppe mitarbeiten. Wir wollen keine
Stellvertreterkämpfe für andere führen, sondern - gemeinsam mit
anderen - die Probleme angehen, die uns unter den Nägeln brennen. Darin
unterscheiden sich auch direkte Aktionen von Stellvertreterpolitik: wir appellieren
nicht an andere, unsere Interessen zu vertreten, sondern nehmen die selbst in
die Hand. Wichtig ist uns, dass wir uns und unsere Ziele Ernst nehmen, ohne
dabei die Fähigkeit zu verlieren, über uns selbst lachen zu können. |
|
05.09.2008 - http://www.fau.org/ortsgruppen/magdeburg/art_040614-123933 |