News - 28.12.11
von fauki2
Möbel Kraft-Expansion in Kiel
DGB opfert Kleingärten für Möbelriesen
Eigentlich ist es nicht unsere Art, zu allem, was aus DGB-Richtung kommt, Stellung zu nehmen. Aber das, was die Kieler Nachrichten (KN) am 15.12. berichtete, hat es uns besonders angetan.
Dort wird DGB-Region-KERN-Vorsitzender und SPD-Spezi Ralph Müller-Beck zitiert:
Ihn brächten die „populistischen Vorwürfe“ aus dem linken Lager, Möbel Kraft biete 400-Euro-Jobs und unterbezahlte Jobs an, ebenso auf die Palme wie deren Forderung nach vertraglich festgelegter Tarifbindung. „Wir wehren uns dagegen, dass irgendein Hobby-Politiker aus dem linken Spektrum glaubt, Tarifpolizei zu spielen. Das ist unser Tarifgeschäft.“ Möbel Kraft sei als solides Unternehmen und guter Ausbildungsbetrieb meilenweit entfernt von prekären Arbeitsverhältnissen.
Müller-Beck scheint immer noch darüber enttäuscht zu sein, dass es für ihn 2010 nicht zum Wirtschaftsdezernenten in Kiel gereicht hat. Nun verkauft er als DGB-Vorsitzender halt mal ganz beiläufig die Interessen der Beschäftigten. Der DGB ganz in sozialpartnerschaftlicher Manier - wieder voll und ganz in der Standortlogik aufgegangen. So kann Müller-Beck doch noch den heimlichen Wirtschaftsdezernenten mimen. ArbeitnehmerInnen- und ArbeitgeberInnen-Interesse friedlich vereinend. Vielleicht bewirbt er sich mit diesem "Schachzug" auch bereits für das Amt des Oberbürgermeisters?
Die FAU Kiel kann nicht nachvollziehen, warum Naherholungsfläche und Kleingärten, die helfen mit kleinem Gehalt oder kleiner Rente besser auszukommen, unbedingt der Expansionspolitik eines Möbelriesen geopfert werden müssen. Wir können es außerdem nicht nachvollziehen, wenn Gewerkschafter derart die neoliberale Wachstumslogik verinnerlicht haben und sich für Konzerninteressen instrumentalisieren lassen. Die Möbel Kraft-Ansiedlung ist nichts anderes als eine Umverteilung von Boden und Kapital von unten nach oben. Die Erfahrung zeigt, dass den Versprechungen hinter großen Ansiedlungen hinterher meist die große Ernüchterung folgt. Unsere Solidarität gilt in diesem Zusammenhang allen KleingärtnerInnen, die sich gegen ihre Enteignung wenden.
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