Veranstaltung - 06.09.11
von fauki3
Release der neuen Direkten Aktion: Krise und Revolte
Release der neuen "Direkten Aktion" mit dem Schwerpunktthema "Krise und Revolte". Eine Veranstaltung im Vorfeld der Proteste gegen das "Global Economic Symposium" in Kiel vom 4.-6. Oktober 2011
Am 23.9. um 19:00 Uhr im Kultur- und Kommunikationszentrum "Die Pumpe". In Kooperation mit dem "Kieler Krisentreffen".
Die diskutierten Artikel aus der DA#207 nun online: 'Wut ist nicht alles - Empörung auch nicht' 'Die Krise zwischen Krieg und Revolte' 'Der Rubel rollt ins Haifischbecken'
Krise+Bewegung
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Ideologie
Die Klassentreffen der Staatsspitzen sind seit Beginn der Finanzkrise 2008 fast schon zu einer Alltäglichkeit verkommen. Mit allen erdenklichen Methoden wird unentwegt versucht zu verhindern, dass die strukturelle Überproduktionskrise auf diejenigen Strukturen überschlägt, in denen die Verfügung über die Produktionsmittel angelegt ist. Eine ungesehene Menge an Gütern, Dienstleistungen und Müll wird in immer kürzerer Zeit um den Globus geschoben; doch dieses angestrebte Resultat der jahrzehntelangen Deregulierungspolitiken entpuppt sich letztendlich als das selbstgeschaufelte Grab des sogenannten "Neoliberalismus". Anstatt "weniger Staat" treten nun die Nationalstaaten wieder als oberste Ordnungshüter der Wirtschaftsordnung auf und sorgen für den Erhalt des sozialen Ungleichgewichts, auf dessen Boden der Wahnsinn des Kapitalismus gedeiht.
Der unpolitische Anschein dieses als "Marktwirtschaft" verharmlosten Systems ist mit dem unübersehbaren Engagement der Regierungen endgültig dahin. Mit einher geht für die herrschenden Klassen damit nun auch die Gefahr, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in eine politische Krise umschlägt: Die Organisation des ökonomischen Zusammenlebens erscheint nicht mehr wie ein rationaler Mechanismus, der nun mal hinzunehmen sei, sondern als Gegenstand politischer Fragestellungen und Auseinandersetzungen. Eine Vielzahl der jahrzehntelang konservierten autoritären Staatsstrukturen in Nordafrika und dem Nahen Osten konnten dieser Situation nicht standhalten. Seither befinden sich diese Gesellschaften in Aufruhr, wenn nicht sogar schon in einem Wandel mit ungewissem Ausgang. Doch auch den wirtschaftspolitischen Supermächten China, USA und EU reichen Staatsideologie und Staatsmacht nicht mehr aus, um die zunehmenden inneren Widersprüche zu verdecken. Es geht dabei nur selten allein um den Zwiespalt "Regierung/Bevölkerung", vielmehr tragen unterschiedlichste soziale Schichten untereinander Kämpfe um politisches und ökonomisches Gewicht aus, und der Staat übt sich in Opportunismus.
Wir wollen an diesem Abend uns mit der Dynamik zwischen ökonomischer Krise und politischem Bewusstsein auseinandersetzen.
Es informieren und diskutieren u.a.:
- Gerhard Hanloser (Sozialwissenschaftler und Autor | Freiburg)
- Marcus Munzlinger (Kulturredakteur Direkte Aktion | Kiel)
- Die Anti-GES Koordination
Moderation: FAU Kiel
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