News - 06.06.10
von fauki7
Stellungnahme zum Tabel-Konflikt
In Kiel hat sich der Konflikt um die MitarbeiterInnen der Tabel GmbH, die per Werk-/Dienstvertrag an die Kieler Nachrichten (KN) ausgeliehen werden in den letzten Monaten zugespitzt. Nachdem eine Betriebsratsgründung mit Hilfe der Partei Die Linke der KN und ver.di abgenötigt wurde, entschloss sich die KN, den Vertrag mit der Firma Tabel zu kündigen. Die Arbeit soll künftig von mehreren Leiharbeitsfirmen wie TMI, Mahnsen und der Starkgruppe übernommen werden.
Als Freie Arbeiterinnen und Arbeiter-Union (FAU) Kiel erklären wir uns solidarisch mit allen Beschäftigten im KN-Verbund, die unter prekären Bedingungen arbeiten. Die Situation der Tabel-Mitarbeiter ist dabei besonders prekär und zeigt, dass es sogar zur Leiharbeit noch eine Verschlechterung geben kann.
Der Konflikt zeigt, dass bestehende Gesetze die Arbeiterinnen nur unzureichend schützen. Es zeigt auch, dass die Gründung eines Betriebsrates noch nicht mit einem nachhaltigen Erfolg gleichzusetzen ist. Betriebe werden in virtuelle Unternehmen mit mehreren Subunternehmen umgewandelt , um nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ flexibler gegen unliebsame Forderungen der Arbeiterinnen vorzugehen.
Es kann hierbei aber für Gewerkschaften nicht darum gehen, die verschiedenen Mitarbeiterinnen gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Solidarität zwischen allen Betroffenen herzustellen. In diesem Zusammenhang ist auch der KN-Betriebsrat scharf zu kritisieren, der es bislang nicht geschafft hat, sich mit den outgesourcten Kräften zu solidarisieren.
Die FAU Kiel fordert die Kieler Nachrichten auf, die bestehenden Arbeitsplätze in die bestehende Firmenstruktur einzubeziehen, anstatt weiter auf eine Zersplitterung zu setzen. Darüber hinaus fordern wir von dem Betriebsrat der KN und ver.di, den Arbeitskampf der Tabel-Mitarbeiter zu unterstützen. ArbeitnehmerInneninteressen dürfen kein Spielball von Machtinteressen sein.
Die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter-Union (FAU) lehnt eine Stellvertreterpolitik von ArbeiterInneninteressen ab. Im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Arbeit müssen die unmittelbaren Interessen der Arbeiterinnen stehen. Die FAU betrachtet Leiharbeit und andere prekäre Beschäftigungsverhältnisse als Hindernis auf dem Weg zur Verwirklichung des Prinzips gleicher Lohn für gleiche Arbeit und tritt daher für eine Abschaffung dieser Beschäftigungsverhältnisse ein.
FAU Kiel am 06.06.2010
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