Veranstaltung - 16.01.09
von fauki2
Aktuelle Informationen zur Situation in Griechenland / Ralf Dreis liest Lily Zográfou
Buchlesung/Informationsveranstaltung/Diskussion
am 12.02.09 [19 Uhr] im Libertären Laden (LiLa) - Illtisstr. 34
Über die Hintergründe des Aufstands, seine Akteure, Perspektiven und die
staatlich/parastaatlichen Reaktionen informiert Ralf Dreis, langjähriger
Griechenlandkorrespondent für Jungle World, Direkte Aktion,
Graswurzelrevolution u.a.
Ralf Dreis, der lange Zeit in Thessaloniki lebte, arbeitet als
Griechisch-Übersetzer und pendelt zwischen Deutschland und Griechenland.
Er ist Mitglied der Freien ArbeiterInnen Union in Frankfurt/M.
Lily Zográfou
1949 erschien ihr erstes Buch Agápi (Liebe), eine Sammlung von Kurzgeschichten. Mit einer Abhandlung über den Schriftsteller Níkos Kazantzákis: énas traghikós (Nikos Kazantzakis: eine tragische Figur) gelang ihr 1959 der Durchbruch. Sie wurde zu einer der erfolgreichsten und umstrittensten Schriftstellerinnen Griechenlands. Sie veröffentlichte 24 Romane, Theaterstücke und Essays und wurde in Griechenland zur Bestseller-Autorin.
In Deutschland wurden bisher drei ihrer Bücher veröffentlicht:
- I agápi árgise mia méra (Die Frauen der Familie Ftenoudos, 2004),
- Epággelma: Pórni (Beruf: Hure, Kurzgeschichten, 2006),
- I gynaíka sou i alítissa (Deine Frau, die Schlampe, 2007).
I agápi árgise mia méra wurde 1998, vier Jahre nach der Veröffentlichung für das griechische Fernsehen verfilmt. Epággelma: Pórni hat in Griechenland mittlerweile die 40. Auflage erreicht. Ein wichtiges, immer wiederkehrendes Thema ihres Werkes ist der Kampf der Frau für Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit.
Griechenland
Brennende Banken und Barrikaden, geplünderte Supermärkte, ausgebrannte Autowracks. Nach fünf Tagen und Nächten in denen Tausende vor allem junge Menschen - viele davon mit Migrationshintergrund - mit unglaublicher Wut in heftige Straßenkämpfe mit den Sondereinsatztruppen der Polizei gehen, folgt eine Welle von Schul- und Universitätsbesetzungen. Aufständische ArbeiterInnen besetzen die Gewerkschaftszentrale in Athen, Rathäuser werden "befreit" und in Aktionszentren verwandelt. Auch während der Feiertage gehen die Aktionen, Demonstrationen und Besetzungen in ganz Griechenland weiter. Am Bildungsaktionstag am 9.Januar beteiligen sich erneut Zehntausende. Gemeinsame Forderung der besetzten Schulen und Hochschulen ist der »Rücktritt der Mörderregierung« und eine Reform des maroden Bildungssystems. Der Auslöser dieser in jüngster Zeit beispiellosen Revolte waren die Todesschüsse eines Polizeibeamten auf den 15jährigen Schüler Aléxandros Grigorópoulos am 6. Dez. im Szenestadtteil Exárchia in Athen. Der Stadtteil gilt seit Anfang der achtziger Jahre als Hochburg der anarchistischen Bewegung und verfügt über eine jahrzehntelange Tradition sozialer Kämpfe. Vom hier befindlichen Polytechnikum ging 1973 der sogenannte Studentenaufstand gegen die Militärjunta aus.
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