News - 05.07.08
von fauh
Klinikum Wahrendorff: Liste „Courage“ gewinnt Wahl mit 10% Vorsprung
Die Verdi Liste „Courage“ hat bei den Betriebsratswahlen im Klinikum
Wahrendorff erneut die Mehrheit errungen. Sie büßte jedoch zwei ihrer
Sitze ein und verfügt jetzt nur noch über sieben Mandate gegenüber sechs
Mandaten der geschäftsleitungsnahen Konkurrenzliste „Neustart“. Die Liste
Dialog/Zukunft trat nicht mehr zur Wahl an.
Ilten, den 05.07.08. Bereits im Vorfeld der Betriebsratswahl 2008 im
Klinikum Wahrendorff gab es einige Überraschungen: Die
geschäftsleitungsfreundliche Liste „Dialog/Zukunft“ unter der Iltener
Ortsbürgermeisterin, Gisela Neuse, trat trotz gegenteiliger Aussagen von
Listenführerin Eva Wehner, nicht mehr zur Neuwahl an. Die Beweggründe
für diesen Schritt bleiben im Dunkeln. Gewissermaßen als Nachfolgeliste
bildete sich in kurzer Zeit eine Liste mit dem Namen „Neustart“. Listenführer ist der Wohnbereichsleiter Christoph Möller. Bei 13 von 27
Kandidaten dieser Liste handelt es sich um Funktionsträger, am häufigsten
vertreten ist die Gruppe der Wohnbereichsleiter.
Nach Angaben der Vorsitzenden des Wahlvorstands, Ute Hermanowski, haben
sich rund 60 Prozent der insgesamt 960 Klinikumsbediensteten an der Wahl
beteiligt. Von den 580 gültigen Stimmen entfielen 315 (ca. 55%) auf die
vom bisherigen Betriebsratsvorsitzenden Hartmut Völger angeführte
Gewerkschaftsliste. Die Liste "Neustart" erhielt 265 Wählerstimmen. Die
Liste "Courage" hatte sich im Wahlkampf vor allem für tarifliche
Bezahlung und Arbeitszeiten eingesetzt. So forderten die Gewerkschafter
die Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche im klinischen Bereich und die Abschaffung
der langen Dienste am Wochenende im Heimbereich. "Neustart" plädierte für
mehr Gespräche mit der Geschäftsleitung und weniger Auseinandersetzungen
vor Gericht. Außerdem halten die Listenmitglieder nach Möllers
Worten mehr Transparenz der Betriebsratsarbeit für erforderlich. Dazu
sollten mehr Betriebsversammlungen einberufen werden (1).
Die außerplanmäßigen Neuwahlen waren erforderlich geworden, nachdem das
Landesarbeitsgericht den Urnengang vom Dezember 2005 wegen mehrerer
Formfehler für ungültig erklärt hatte. Hermanowski geht davon aus, dass
dieses Mal alle Vorschriften eingehalten wurden und die Wahl nicht angefochten wird, zumal beide Listen im Wahlvorstand vertreten waren. Die
konstituierende Sitzung ist für kommenden Dienstag vorgesehen. Ob die Verdi-Mehrheit dabei der Minderheit den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden überlässt, sei noch nicht entschieden, sagte Völger (1).
Moritz Stuermer
Quelle:
(1) Artikel aus der HAZ vom 05.07.08
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