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Vorstellung der Cooperative Maquiladora Mujeres de Nueva Vida Internacional

OG - 24.01.2007 von fauh8

Entwicklungsgeschichte:

Der Hurricane „Mitch“ machte 1998 viele Menschen in Nicaragua obdach- und arbeitslos. Mit Hilfe einer Anschubfinanzierung durch die Non-profit-Organisation „Center for Development in Central America“ (CDCA) und einer „Marketing Partnership“ mit „Maggie's Organics“ in Michigan/ USA gelang es einigen Arbeiterinnen innerhalb weniger Jahre, in der Nähe der Hauptstadt Managua eine selbstverwaltete Nähereikooperative, die „Cooperativa Maquiladora Mujeres de Nueva Vida Internacional“, aufzubauen. Gebäude und Maschinen sind Eigentum der Arbeiterinnen, die sich selbst als „owner-workers“ bezeichnen. Im Jahre 2006 beschäftigt die Kooperative bereits 47 Arbeiterinnen in Vollzeit, kauft das Rohmaterial selbst (z.Zt. 65 % aus lokalem, biologischem Anbau, Tendenz steigend) und plant die Erweiterung durch eine Spinnerei.

Struktur:

Alle Entscheidungen werden auf dem monatlichen Plenum, bei dem jedes Mitglied der Kooperative gleichberechtigt eine Stimme hat, getroffen. Gefasste Entscheidungen werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neue Genossinnen müssen nach spätestens drei Monaten verpflichtend Mitglied der Kooperative werden, um ein vermeintliches Arbeitnehmerinnen - Arbeitgeberinnen - Verhältnis dauerhaft zu verhindern. Über eine Aufnahme in die Kooperative entscheidet nach einer Probezeit mit Ausbildung das Plenum.
Die Kooperative haftet für ihre Produktion mit vollem Risiko. Sie sichert sich selbst durch einen Ausfallfonds ab, der durch ein einmaliges Darlehen aller Arbeiterinnen und teilweise aus den Gewinnen gespeist wird. Weiterhin besteht für die Kooperative die Möglichkeit, einen neuerlichen Kredit bei der CDCA zu bekommen. Gewinne werden teilweise auf ein festgelegtes Fondsystem (Ausfallfonds, Bildungsfonds, Investitionsfonds,…) verteilt, über 50% der Gewinne entscheidet jedoch das Plenum selbstständig.
Aufgrund ihres eigenen Produktionsrisikos ist die Kooperative an der Entwicklung ihrer Kapazitäten interessiert und bemüht sich um langfristige Handelsbeziehungen, wie sie bereits mit Maggie's Organics bestehen.

Arbeitsbedingungen:

Die Kooperative orientiert sich hier an den Prinzipien der „International Fair Trade Association“. Sie garantieren, im lokalen Kontext betrachtet, faire Löhne. Z.Zt. zahlen sie sich das dreifache Pro-Kopf-Einkommen Nicaraguas. Weiterhin ermöglichen sie eine Sozial- und Krankenversicherung, einen bezahlten Mutterschutz (vier Wochen vor der Geburt, acht Wochen nach der Geburt), dreizehn bezahlte Urlaubstage, bezahlte Abwesenheit bei Krankheitsfällen in der Familie, Rückzahlung des eingebrachten Darlehens beim Ausscheiden aus der Kooperative, eine Gewinnbeteiligung am Jahresende, freie Wochenenden sowie eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche. Im Falle von Überstunden zahlen sie sich das doppelte Gehalt. Außerdem garantieren sie gesundheitlich sichere Arbeitsbedingungen und unterstützen soziale Projekte in der Region, z.B. Altenheime, Schulen oder Hilfen für Drogensüchtige. Aktuell arbeiten sie an einer Kinderbetreuungseinrichtung. In der Kooperative werden nur Erwachsene eingestellt.

Für Bilder und weitere Infos könnt ihr auf fairtradezone.jhc-cdca.org schauen. Das ist die Homepage der Kooperative.





01.12.2008 - http://www.fau.org/ortsgruppen/hannover/ccc/art_070124-232448