log in     
  Aktuell
  Über uns
  vor Ort
  Berlin
  Bielefeld
  Bonn
  Bremen
  Dresden
  Duisburg
  Düsseldorf
  Erfurt / Jena
  Flensburg
  Frankfurt am Main
  Freiburg
  Halle
  Hamburg
  Hannover
  Karlsruhe
  Kiel
  Koblenz
  Leipzig
  Lich
  Magdeburg
  Mannheim
  Moers
  München
  Münster
  Neustadt - Weinstrasse
  Nürnberg
  Regensburg
  Rostock
  Solingen
  Stuttgart
  im Betrieb
  Kontakt
  Direkte Aktion
  Jugend
  Texte
  Links

IT´S TIME TO ORGANIZE

Die FAU ist eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation, die aus lokalen Syndikaten und Gruppen besteht. Wo es welche gibt, erfährst du im Verzeichnis vor Ort oder im Betrieb.
Infos wie Du bei uns mitmachen kannst, findest Du in unseren Statuten und bei Über uns

 

FAU-NEWS AUF DEN SCHREIBTISCH?

Du willst die jeweils 10 aktuellsten Meldungen von www.fau.org immer aktuell auf dem Schreibtisch haben oder sie in deine eigene Website einblenden? Kein Problem mit unserem RSS-Newsfeed

 



 

OPEN SOURCE

Diese Website ist auf der Basis des Open Source Web- Applicationservers ZOPE programmiert, der kostenlos unter www.zope.org heruntergeladen werden kann.

 

 

 

 


News - 27.01.16 von fauh

Gekommen, um zu stören

Allgemeines Syndikat nimmt an Kundgebung gegen Union Buster-Kanzlei teil

Am gestrigen Dienstag, den 26. Januar 2016, hielt die bundesweit tätige Anwaltskanzlei „Dr. Schreiner + Partner GbR“ ein Seminar mit dem Titel „Effektive Strategien im Umgang mit schwierigen Betriebsräten“ im Radisson BLU Hotel in Hannover-Laatzen ab. Allerdings müssen die Ausrichter dieser Seminare inzwischen häufig mit Protest rechnen. So versammelten sich auch in Laatzen etwa 60 DemonstrantInnen vor dem Hotel, die einem Aufruf der IG Metall folgten. Auch das Allgemeine Syndikat der FAU Hannover beteiligte sich an dem Protest, verteilte Flugblätter und steuerte einen Redebeitrag bei. Die vielen Neugierigen an den Fenstern des Hotels bewiesen, dass die Kundgebung ihren Zweck erfüllte: Denn Ziel war es, nicht nur die Machenschaften der zwielichtigen Union Busting-Kanzlei zu thematisieren, sondern auch das Hotel unter Druck zu setzten, solche Seminare künftig nicht mehr auszurichten.

Auszüge aus der Rede des Allgemeinen Syndikats

Allein im ersten Halbjahr 2015 hielt die Kanzlei „Dr. Schreiner + Partner GbR“ elf Seminare im Raum Hannover ab und warb dafür unter anderem mit Themen wie „Kündigung störender Arbeitnehmer“. Hier werden rechtliche Möglichkeiten vermittelt, um auch „krankheits- und verhaltensbedingte Kündigungen“ durchzuziehen und sogenannte „Low-Performer“ dazu zu bewegen, den Betrieb – mehr oder minder freiwillig – zu verlassen. Sei es, dass ihnen ein Akkordlohn aufgedrückt wird oder sie sich mit Schadensersatzansprüchen konfrontiert sehen. Hilft dies alles nicht, so schlägt „Schreiner + Partner“ gerne auch mal „kreativere“ Lösungen vor. Diese bewegen sich hart an der Legalitätsgrenze oder überschreiten diese sogar bewusst – was Aufzeichnungen von diesen Seminaren belegen. TeilnehmerInnen berichteten im Internet, was unter „kreativen Kündigungsgründen“ verstanden wird: Erfundene Aussagen, geplantes Mobbing oder das Konstruieren einer sexuellen Nötigung.

Für die FAU als Basisgewerkschaft spielt es letztendlich eine geringere Rolle, ob diese Praktiken legal oder illegal sind – illegitim sind sie alle. Ausnahmslos!

Allerdings drängt sich die Frage auf, was ein Unternehmen dazu bewegt, für dieses oder ähnliche Seminare pro Kopf um die 900,-€ zuzüglich MWSt zu bezahlen. Anreise und die Kosten für einen freigestellten Arbeitstag sind da noch nicht einmal mit inbegriffen. Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: Sie nehmen uns ernst. Das mag banal klingen, gerade weil die öffentliche Wahrnehmung etwas anderes vermittelt. Gewerkschaften gelten als veraltet, sie stören höchstens,
wenn die Urlaubssaison ansteht und Bahn- und Flug-Verkehr bestreikt werden.

Dass es soziale Unterschiede gibt, wird immerhin nicht mehr ganz bestritten. Aber bei dem Wort Klassengegensätze oder gar Klassenkampf werden meist die Augen verdreht. Diese Gewerkschaftsmüdigkeit hat sich spätestens seit den rot-grünen HartzIV-Gesetzen durchgesetzt. Mit der Agenda2010 trat nämlich eine Schuldumkehr zu Tage, die Armut und Elend individualisierte. Gewerkschaften aber wurden und werden immer und überall ernst genommen. Allerdings mehr von denen, von denen sie bekämpft werden. Sie wurden ernst genommen von der Thatcher-Regierung in den 1980ern, die sich die Zerschlagung der britischen „National Union of Mineworkers“ rund drei Milliarden Pfund kosten ließ. Sie wurden ernst genommen von der großen Koalition, die mit ihrer sozialdemokratischen Arbeitsministerin Nahles im Juli 2015 das „Tarifeinheitsgesetz“ verabschiedete. Union Buster nehmen Gewerkschaften sehr ernst und stehen ihnen feindlich gegenüber, sie sprechen sogar selbst von einem Klassenkonflikt. Warren Buffett, der zur Zeit drittreichste Mensch der Welt, sagt es offen: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“

Unsere Solidarität gegen ihre Schikanen

Die gestrige Aktion zeigt jedoch auch, dass aktive und engagierte Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit gegen diese Praktiken möglich und nötig sind. Die protestierenden GewerkschafterInnen erfuhren viel Solidarität von den PassantInnen sowie von einigen MitarbeiterInnen des Hotels und sogar seitens der Polizei. Wir werden daher auch zukünftig nicht klein beigeben sondern dem Klassenkampf von oben solidarisch entgegentreten.

Wir kommen um zu stören: Gegen Schikanen am Arbeitsplatz! Gegen prekäre Arbeitsverhältnisse, willkürliche Kündigungen und Mobbing von oben! Gegen die Verhinderung kollektiver Interessenvertretung in den Betrieben!

  Suche:
 

Die FAU. Wer wir sind, was wir wollen.

Die FAU ist eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation. Sie besteht aus unabhängigen lokalen Gewerkschaften, den Syndikaten. Bei uns werden die Entschei­dungen von der Basis getroffen.

Als Organisation von Lohnabhängigen kämpfen wir für die Verbesserung unserer Lebensbedingungen.

Statt der herrschenden Ausbeutung, Zerstörung und Unterdrückung von Mensch und Natur setzt sich die FAU für eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ein, die auf Solidarität und Selbstverwaltung basiert und in der alle ein gutes Leben führen können.

Als Lohnabhängige verfügen wir über die uns eigene Macht, den reibungslosen Ablauf der Lohnarbeit zu unter­brechen. Unsere Ziele wollen wir bevorzugt auf direktem Weg erreichen. Wir bedienen uns im Arbeitskampf deshalb derjenigen Mittel, die unmittelbaren Druck auf die Gegenseite ausüben. Wir bezeichnen das als „Direkte Aktion“.

Der Kapitalismus ist nicht alternativlos. Er ist kein Naturgesetz, sondern ein von Menschen geschaf­fenes Machtverhältnis, das durch kollektives Handeln der Arbeitenden aufgehoben werden kann.