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IT´S TIME TO ORGANIZE

Die FAU ist eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation, die aus lokalen Syndikaten und Gruppen besteht. Wo es welche gibt, erfährst du im Verzeichnis vor Ort oder im Betrieb.
Infos wie Du bei uns mitmachen kannst, findest Du in unseren neuen Statuten und bei Über uns

 

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Aufruf - 01.12.06 von fauh8

Unterstützt die Streikenden bei Mercadona!

Seit dem 23.März befinden sich ArbeiterInnen des größten katalanischen Logistikzentrums des spanischen Einzelhandelskonzerns Mercadona im Streik gegen Schikanen und Übergriffe seitens der Unternehmensleitung sowie für die Wiedereinstellung von CNT- Gewerkschaftern. Fast täglich finden in ganz Spanien Demonstrationen, Kundgebungen und andere Aktionen zur Unterstützung der Streikenden statt. Zwischenzeitlich hat die CNT zum Boykott des Unternehmens aufgerufen. Auch international machen GewerkschafterInnen der CNT- Schwesternorganisationen, die wie die FAU der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) angehören, mittels verschiedenster Aktionen auf die Situation ihrer GenossInnen aufmerksam, darunter Frankreich, Deutschland, Serbien und Argentinien.

Hintergrund

Mercadona gehört mit 990 Filialen und mehr als 10 Mrd. Euro Jahresumsatz zu den größten spanischen Einzelhandelsketten. Nach eigenen Angaben orientiert sich ihre Firmenpolitik an günstigen Preisen und guter Qualität für die Kundschaft und an sozialer Absicherung für die Belegschaft. Die Wirklichkeit sieht dagegen anders aus, v.a. in den riesigen Logistikzentren des Konzerns. So berichten Beschäftigte des größten Vertriebsknotens in Katalonien, in Sant Sadurni D'Anoia (bei Barcelona), von andauernden rassistischen Schikanen und Beleidigungen (viele PackerInnen sind MigrantInnen aus Afrika und Lateinamerika), von schlechten Arbeitsbedingungen und fehlenden Arbeitsschutzstandards. Um sich dagegen zu wehren, organisierten sich eine Reihe von ArbeiterInnen in der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT-AIT) und gründeten Anfang 2006 eine CNT- Betriebsgruppe. U.a. geht es ihnen um die Einrichtung und Einhaltung von Sicherheits- und Hygienestandards, aber auch um 30 Minuten bezahlte Pause (Mercadona selbst spricht in einer Pressemitteilung von einer „Überbelastung der Arbeitnehmer beim Verpacken“!) sowie die Anerkennung ihrer Betriebsgruppe. Mit diesen Forderungen machten sie sich nicht nur die Unternehmensleitung zum Feind, sondern auch die reformistischen Gewerkschaften. Schon Ende Februar entließ die Firmenleitung mit Zustimmung der übrigen „Arbeitnehmer- Vertreter“ drei CNT- Mitglieder und verweigerte dem Sekretär des Syndikats einen Teil seines Lohns. Darauf reagierten rund 50 KollegInnen mit einem Schreiben, in dem sie die Rücknahme der Sanktionen forderten. Anderenfalls wollten sie die Öffentlichkeit über die Missstände im Betrieb informieren. Mercadona stellte sich taub, worauf 400 ArbeiterInnen in einer Versammlung beschlossen, in einen 10-Tage-Streik zu treten. Sie drohten, diesen zu einem unbefristeten Ausstand auszuweiten. Der Konflikt eskalierte sofort, als Polizei und private Sicherheitsdienste die Streikenden daran hindern wollten, ihre KollegInnen zu informieren. Die anfangs 400 Streikenden sind im Verlauf des Arbeitskampfes schnell zusammengeschrumpft; mittlerweile wird er nur noch von den GewerkschafterInnen der CNT getragen. Das Unternehmen hat sie durch LeiharbeiterInnen ersetzen lassen.

Perspektive und Solidarität

Eine akzeptable Einigung, die sich Anfang August schon abzeichnete, kam letztendlich nicht zustande. Mercadona machte plötzlich eine Kehrtwende und bot 300.000 Euro, um sich die Entlassung aller Streikenden zu erkaufen. Die CNT brach die Verhandlungen sofort ab und nahm den Kampf wieder auf. Mittlerweile wurde der unbefristete Streik in partielle Arbeitsniederlegungen umgewandelt. Mercadona fährt derweil fort, Streikende zu feuern; ihre Zahl hat sich jetzt auf insgesamt sechs erhöht. Ein Mitglied des Mercadona-Streikkomitees wurde erst kürzlich von fünf Schlägern brutal zusammengeprügelt und schwer verletzt.
Die FAU Hannover beteiligt sich seit Monaten an der Unterstützung des Streiks. Um Spenden zu sammeln, haben wir Soli-Buttons produziert, die wir für 1 Euro verkaufen. Der Erlös fließt direkt in die Streikkasse der CNT-GenossInnen von Mercadona. So konnten wir bisher durch den Verkauf, durch eigene Spenden und Einzelspenden alleine aus Hannover 583 Euro auf das Konto der CNT überweisen. Doch weitere Unterstützung ist dringend nötig. Deshalb achtet auf unsere VerkäuferInnen während der Vokü, kauft weiter Soli-Buttons und spendet!

Freie ArbeiterInnen Union, Lokalföderation Hannover (FAU-IAA)
Aus: vers beaux temps Nr.16, Spätherbst 2006, S.42

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