OG - 14.02.06
von fauh8
FAU Hannover unterstützt PLUS-Arbeiterin in Spanien
Am 14.Februar 2006 informierte die FAU Hannover zeitgleich die Beschäftigten in sechs PLUS- Filialen in Hannover über die Situation unserer Kollegin Fatima Fernandez. Die Arbeiterin ist Mitglied der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT-AIT. Sie wurde von ihrem Arbeitsplatz, der PLUS- Filiale „Carretera de Su Eminencia“ in Sevilla (Spanien) entlassen, da sie die ihr als Mutter zustehenden Rechte eingefordert hat.
Sowohl die Beschäftigten als auch die Kundinnen und Kunden zeigten sich weitestgehend interessiert. In einigen Filialen waren die Beschäftigten offenbar schon vorab von der Geschäftsleitung auf mögliche Aktionen vorbereitet worden.
Der Inhalt des Flugblattes sowie nähere Hintergrundinformationen befinden sich auf der Startseite der FAU ("Aktuell"). Dort sind auch weitere Möglichkeiten der Solidarität vorbereitet (z.B. Protestfax, Beschwerdebriefe etc.). Darüber hinaus steht die FAU Ortsgruppe Hannover für MitarbeiterInnen und KundInnen der Region für konkrete Unterstützung oder zur Reflektion der eigenen Arbeitsbedingungen bei PLUS als Ansprechpartner zur Verfügung.
Als Ergänzung der Artikel aus der vers beaux temps Nr.15:
FAU Hannover unterstützt gefeuerte PLUS-Arbeiterin in Spanien
Am 14.Februar informierte die FAU Hannover zeitgleich die Beschäftigten in sechs PLUS- Filialen in Hannover über die Situation unserer Kollegin Fatima Fernandez. Die Arbeiterin ist Mitglied der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT-AIT. Sie wurde von ihrem Arbeitsplatz, der PLUS- Filiale „Carretera de Su Eminencia“ in Sevilla (Spanien), entlassen, da sie die ihr als Mutter zustehenden Rechte eingefordert hat.
Fátima arbeitete bereits 5 Jahre bei der Firma PLUS. Ihre Wochenarbeitszeit betrug 24 Stunden, verteilt auf drei verschiedene Schichten morgens, abends und nachts (in Spanien gibt es keinen Ladenschluss). Sie verdiente dabei monatlich ungefähr 500 Euro. Nachdem nun ihre Tochter geboren wurde, bat Fátima die Firma PLUS um feste tägliche Arbeitszeiten von 12:00 bis 16:00 Uhr, um sich um ihr Kind kümmern zu können. Nach wiederholten diesbezüglichen Anträgen, welche von PLUS nie beantwortet wurden, zog unsere Kollegin im Mai 2005 vor Gericht. PLUS wurde vom Gericht verurteilt, "die Kollegin zu festen täglichen Zeiten zwischen 12:00 und 16:00 Uhr zu beschäftigen, damit ihr ermöglicht wird, sich um ihre Tochter zu kümmern und zwar bis zum 31. März 2010, wenn das Kind 6 Jahre alt sein wird." Weniger als 48 Stunden nach diesem erfolgreichen Prozess, kündigte die Firma PLUS unserer Kollegin zum 20. Oktober 2005.
In der Zeit bis zu ihrer Entlassung wurde Fátima durch PLUS gezwungen, an einer völlig abgelegenen, niemals benutzten Kasse des Supermarktes zu arbeiten, um sie von ihren Kolleginnen zu isolieren. Im Sommer zwang die Geschäftsleitung sie täglich um 14:30 Uhr mittags (bis 43 Grad Celsius in Sevilla), die riesigen Müllsäcke in mehrere hundert Meter entfernte Container zu tragen. Dies bewirkte, dass Fátima einen Schwächeanfall bekam und in eine Klinik eingeliefert wurde.
Vor Gericht wurde erklärt, dass Fátima "unter täglich wechselnden Essenszeiten leidet, sowie unter der Unmöglichkeit die Tochter mitzunehmen oder sie zu festen Zeiten aus dem Kindergarten abzuholen." Außerdem wurde "die Schwierigkeit mit der Tochter zu Kinderärzten zu gehen oder mit der ihr die Freizeit zu verbringen" sowie "die unablässige Suche nach jemanden, der sich um die Tochter kümmert" beschrieben. Es wurde festgestellt "dass die Arbeitszeiten, zu denen Fátima gezwungen wird, psychologische Beeinträchtigungen sowohl der Mutter als auch des Kindes mit sich bringen wird".
Sowohl die Beschäftigten als auch die Kundinnen und Kunden in den Plus- Märkten Hannovers zeigten sich weitestgehend interessiert von unserer Aktion. In einigen Filialen waren die Beschäftigten offenbar schon vorab von der Geschäftsleitung auf mögliche Aktionen vorbereitet worden. Das gleiche Bild am Tag zuvor in vier Plus- Märkten in Braunschweig, die die FAU Hannover in einer Gemeinschaftsaktion mit Banda Nera Braunschweig besuchte: Auch hier stießen die Flugblätter auf großes Interesse, kam es zu zahlreichen Gesprächen. Eine Kassiererin der Filiale am Heidberg reagierte allerdings ohne Diskussionsbereitschaft mit Rausschmiss und Polizeiandrohung.
Freie ArbeiterInnen Union (FAU-IAA), Ortsgruppe Hannover
Aus: vers beaux temps Nr.15, Sommer 2006, S.4-5
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