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Bundeswehr - Werbeshow in Duisburg

News - 17.08.2007 von faudu

Offener Brief an das Kollegium des Bertolt-Brecht Berufskolleg


Im Rahmen ihrer aktuellen Werbetour, die sich im Moment durch das ganze Bundesgebiet zieht, hat die Bundeswehr auch in Duisburg Veranstaltungen geplant, um freiwillige Kriegshelfer anzuwerben.
Am 14.09.2007 will sie eine Werbeveranstaltung im Bertolt Brecht Berufskolleg durchführen, um dort für Miltarismus und das „Soldatentum“ zu werben und Kriegseinsätze als ganz normale Jobs darstellen. Da aber Kriege keine Jobalternative für junge Leute sind, haben mehrere Gruppen und Einzelpersonen eine Offenen Brief verfasst, um sowohl darauf hinzuweisen, dass schon Kurt Tucholsky Soldaten für Mörder hielt, als auch dass Krieg beim Namensgeber der Schule nicht gerade Hoch im Kurs stand.
Hier eine Dokumentation des offenen Briefes:

Bertolt-Brecht-Berufskolleg Duisburg, 16.08.2007
Am Ziegelkamp 28-30
47259 Duisburg



Sehr geehrtes Kollegium,
mit Erstaunen haben wir festgestellt, dass am 14.09.2007 die Bundeswehr bei Ihnen zu Besuch sein wird.
Wie wir auf der Internetseite Ihrer Schule nachlesen konnten, gibt es für die Namensgebung der Schule nach Bertolt Brecht eine, wie wir finden, gute Erklärung:

(aus der "Philosophie"):
"Wenn man etwas einen Namen gibt verbindet man damit eine bestimmte Absicht. So auch bei uns. Die “Hell‘s Angels“ nennen sich nicht umsonst so, und wenn wir hier die Aufgabe hätten, etwas nach „Albert Schweitzer“ zu benennen, dann fiele uns sicher sofort etwas Passendes ein. Einem Kindergarten den Namen eines Generals zu geben, käme uns allen mit Sicherheit nicht in den Sinn."
und weiter:
"Politisch war Bertolt Brecht in dieser Zeit stark umstritten. Seine Botschaften sind für uns aber heute noch wichtig. Er war ein entschiedener Kriegsgegner - und ist nicht gerade die Kriegstechnologie für uns Techniker zu faszinierend?
Mehr als die Hälfte aller Techniker, Forscher und Ingenieure arbeiten in der Kriegstechnologie!
Vergessen wir über der Lust und die Freude an der Technik nicht die Konsequenzen, die sich aus ihr ergeben."
(http://www.bbbk.de/profil/philosophie.php)

(aus "So arbeiten wir ..."):
"Die allgemeinen Anforderungen steigen, weil die Vorbereitung auf das Berufsleben zugleich auch Vorbereitung auf Selbstständigkeit, Übernahme von Verantwortung und vieles mehr bedeutet."
und zuletzt:
"Denn das ist sicher: Nicht "Fachidioten" sind gefragt, sondern Menschen mit "Profil"."
(http://www.bbbk.de/profil/soarbeitenwir.php)

Das steht allerdings in deutlichem Widerspruch zum Besuch des Militärs.

Da wir es nicht sinnvoll finden, jetzt den Namen der Schule zu ändern, schlagen wir vor, die Bundeswehr wieder auszuladen und damit dem Anspruch der Schule wieder gerecht zu werden. Zeigen sie Ihr Profil!


Mit freundlichen Grüßen


Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Duisburg
Freie ArbeiterInnen Union Bonn
Freie ArbeiterInnen Union Dortmund
Freie ArbeiterInnen Union Duisburg
Freie ArbeiterInnen Union Münster
Initiative Bundeswehr-Wegtreten





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21.05.2012 - Quelle: http://www.fau.org/ortsgruppen/duisburg/art_070817-230314