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Soli - 05.06.08 von faub2

boesner bosse böse? Proteste gegen die Künstlerbedarfskette Boesner

Am vergangenen Samstag, den 7. Juni, kam es in 5 Städten (Neben Berlin in Köln, Frankfurt, Wien und Graz) zu Protestaktionen vor Filialen der Künstlerbedarfskette Boesner. Aufgerufen hierzu hatte die IWW Köln, die in der Kölner Filiale eine Betriebsgruppe hat. Anlaß war die Verhinderung einer Betriebsratswahl durch die Geschäftsführung und die Einführung der Samstagsarbeit. An dem Protesttag beteiligten sich neben der IWW Gruppen und Mitglieder der FAU und der neugegründeten österreichischen Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate (FAS).
Es wurden Flugblätter an die Kundschaft verteilt, Redebeiträge gehalten, lautstark und sichtbar auf die Behinderung und Einschüchterung aktiver und kritischer ArbeiterInnen durch die Geschäftsleitung bei Boesner Köln hingewiesen. Nicht wenige Kundinnen und Kunden fühlten sich angesprochen und solidarisierten sich mit den Protestierenden.

Wir dokumentieren hier das Flugblatt der FAU Berlin:

boesner bosse böse?
Demokratie auch für ArbeiterInnen


Der Künstlerbedarf Boesner präsentiert sich gern als humanistisches, weltoffenes Unternehmen. Die Realität sieht allerdings auch bei dieser Holding, zumindest was die Rechte der Beschäftigten angeht, anders aus.

Interessenvertretung unerwünscht

Im Januar 2008 verhinderte die Geschäftsführung der Kölner Boesner-Filiale den Versuch einer Betriebsratsgründung mittels Drohungen (Einführung der Samstagsarbeit, Streichung des Weihnachtsgeldes, Streichung des kostenlosen Mittagsessens...) und persönlichen Einschüchterungen. Mit diesem Erfolg im Rücken macht sie sich nun daran, das damalige Drohszenario in die Realität umzusetzen.

Mehrarbeit für Lau

In einem ersten Schritt wurde die Samstagsarbeit eingeführt. Was auf den ersten Blick, gerade im Einzelhandel, als eine normale Entwicklung erscheinen mag, bedeutet für die Belegschaft eine Erhöhung des Arbeitsdrucks. Neueinstellungen, die die Mehrarbeit auffangen könnten, sind bislang nicht vorgesehen. Die KollegInnen werden einfach noch mehr rennen müssen. Auch Wochenendzuschläge wird es nicht geben.

Protest und Solidarität

Die Kolleginnen und Kollegen in Köln wehren sich dagegen und protestieren am Samstag, den 7. Juni, mit einem Aktionstag vor der Kölner Filiale. Wir solidarisieren uns mit ihnen.

Expansion auf Kosten der Belegschaft

Es ist kein Zufall, was gerade in Köln passiert. Über eine Holding versucht Boesner derzeit offenbar, sein Geschäft umzugestalten und weiter zu expandieren. In einer solchen Situation der verschärften Profitmaximierung braucht es keiner hellseherischen Kräfte, um sich auszurechnen, auf wessen Kosten das ganze gehen wird. Eben deshalb ist es gerade jetzt wichtig, die Standards zu halten und das Recht der Beschäftigten, ihre Interessen zu vertreten und sich ohne Einschränkungen zu organisieren, zu verteidigen.

Was tun?

Wir werden auch weiterhin die Belegschaft bei Boesner unterstützen und fordern alle Beschäftigten auf, mit einer der beteiligten Gewerkschaften (FAU oder IWW) Kontakt aufzunehmen und direkt mit den Kolleginnen und Kollegen in Köln in Verbindung zu treten. Die IWW Köln ruft zudem alle Kundinnen und Kunden dazu auf, sich bei Boesner über die Praktiken in der Kölner Filiale zu beschweren:

Boesner GmbH Holding
Gewerkenstraße 2 / 58456 Witten
Tel: 02302-973 11-10
Fax: 02302-973 11-33
koeln@boesner.com / kontakt@boesner.com
(Kopie an: boesner@wobblies.)


FAU Berlin und IWW Berlin
Kontakt zur Belegschaft in Köln: boesner@wobblies.de


Protestmail

Die IWW Köln ruft dazu auf Protestmails an die Firma Boesner zu schicken.

An: koeln@boesner.com, kontakt@boesner.com, witten@boesner.com, frankfurt@boesner.com, wien@boesner.com, graz@boesner.com

Betreff: Undemokratisches Vorgehen und erhöhter Arbeitsdruck bei Boesner in Köln

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit Erstaunen habe ich zur Kenntnis genommen, dass in der Boesner-Filliale Köln offenbar eine Betriebsratsgründung mit undemokratischen Methoden verhindert wurde.

Ebenso finde ich es nicht in Ordnung, dass dort einen Tag länger geöffnet wird - am Samstag - ohne dass neues Personal eingestellt oder ein Wochenendzuschlag bezahlt wird.

Ich bitte Sie dringend, diese Linie zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

PS: Ich werde ihr Geschäft weiter im Auge behalten und rate Ihnen, die Auswirkungen einer nachhaltigen Image-Schädigung auf ihre Gewinn-Prognosen nicht zu unterschätzen.

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