Auf diesen Seiten finden sich aktuelle Informationen und Hintergrund-Materialien über den biologischen Kaffee der Kooperative Unión de Ejidos Otilio Montaño (UDEPOM). Diese Kooperative ist aufs Engste mit der chiapanekischen Organisation SOCAMA verflochten, die von mexikanischen Menschenrechtsgruppen als "Nährboden" der Todesschwadron Paz y Justicia bezeichnet wird. Unterstützt unsere Forderungen, protestiert hier!



Die Chiapas Kaffee-Kampagne ist ein Bündnis von verschiedenen basisgewerkschaftlichen und Mexiko-Soli-Gruppen.

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Chiapas Kaffee-Kampagne
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last update: 99-07-17


Chiapas Kaffee-Kampagne

TransFair-Statement vom 9. Februar 1999

TransFair

 STATEMENT ZU DEN VON DER SOG. "CHIAPAS KAFFEE-KAMPAGNE" ERHOBENEN VORWÜRFEN GEGEN DIE BIO-KAFFEE-GENOSSENSCHAFT UDEPOM:

1. Sollte es sich herausstellen, daß die von der sogenannten "Chiapas-Kaffee-Kampagne" erhobenen Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, hätte dies selbstverständlich und unverzüglich den Ausschluß von UDEPOM aus dem FLO-Kaffeeregister zur Folge.

2. Diese Überprüfung findet derzeit durch einen erfahrenen mexikanscihen Fachmann vor Ort statt- nicht etwa aufgrund der erhobenen Vorwürfe, sondern im Rahmen regelmäßiger FLO-Monitoring-Arbeit. UDEPOM ist derzeit lediglich provisorisch im Kaffee-Register eingeschrieben, eine Entscheidung über die endgültige Aufnahme (bzw. Ausschluß) steht ohnehin bis Frühjahr 1999 auf der Agenda des FLO-Kaffeeregisters.

3. Bis zur Vorlage des Berichts unseres Vor-Ort-Experten, aber auch generell bezüglich der angespannten Situation in Chiapas gilt für TransFair:

  • Die verschiedenen Gruppen in Chiapas (so auch die Kooperativen) sind aufgrund unterschiedlicher politischer Gesinnung untereinander stark zerstritten, was immer wieder zu gegenseitigen Beschuldigungen führt. Chiapas ist eine Region, in der teilweise offener Bürgerkrieg herrscht - eine objektive Beurteilung der Situation von außen ist entsprechend schwierig. (Partei-)politische Neutralität gegenüber unseren Partner ist jedoch eines der wichtigsten FLO-Gebote.
  • Gleichzeitig hat unserer letzter Besuch in Chiapas deutlich gezeigt, daß nahezu alle Kaffeegruppen dieser Region existenziell von einer finanziellen staatlichen Unterstützung abhängig sind. Auch Gruppen, die sich in deutliche Opposition zur generellen Politik der Regierungspartei PRI befinden, sind auf diese staatliche Unterstützung angewiesen und nehmen diese auch in Anspruch. Der Schluß, wer Regierungsgelder annimmt, mache sich der Menschensrechtsverletzung verdächtig, ist deshalb absurd.
  • In diesem Zusammenhang möchteTransfair daran erinnern, daß es ja gerade eine der Forderungen nicht nur des fairen Handels, sondern der gesamten internationalen Solidaritätsbewegung und Entwicklungshilfepolitik ist, die Regierungen in den Ländern des Südens stärker in die Eigenverantwortung für die benachteiligten Menschen zu nehmen. Dies sollte generell für alle Regierungen - und für alle benachteiligten Gruppen - gelten, und nicht nur dann, wennn es aus ideologischen Gründen opportun scheint.
  • Außerdem möchte Transfair daran erinnern, daß einige Partnergenossenschaften in Chiapas vor wenigen Jahren selbst Opfer der Repressionspolitik des mexikanischen Staates wurden. Bei Überfällen bewaffneter Paramilitärs wurden mehrere Genossenschaftsvertreter ermordet. Seinerzeit gab es eine breit angelegte Solidaritätsbewegung von Transfair-Mitgliedsorganisationen und Geschäftspartnern gegen diese Vorfälle. Auch amnesty international schaltete sich über eine urgent action ein.
  • Von Seiten dieser Kaffeegruppen wurde an Transfair bzw. FLO jedoch bislang nicht gegen die provisorische Aufnahme von UDEPOM ins Kaffeeregister protestiert.

4. Zum derzeitigen Stand möchte Transfair noch folgende generelle Bemerkung machen: Die "Presse-Erklärung" der sogenannten "Chiapas-Kaffee-Kampagne" trägt keinerlei presserechtliche Identifikation. Die Anschuldigungen und Vorwürfe werden anonym vorgetragen. Transfair ist weder eine bislang in der Solidaritätsbewegung noch im Alternativen Handel in Erscheinung getretene Organisation dieses Namens bekannt. Das Professionalität vortäuschende Kaffee-Logo wurde von der Startseite der transfair-Homepage kopiert.

Bereits vor zwei Jahren hatte ein (angeblich von Frankfurt aus operierende) "Anarchistische Vereinigung aller Berufe" ähnlich schwere Vorwürfe gegen eine Kaffeeplantage im Süden Mexikos erhoben, mit der eine Lizenznehmerfirma von Transfair in Geschäftsbeziehungen steht. Auch damals wurde versucht, Transfair in Verbindung mit vermeintlich dunklen Machenschaften zu bringen. Vergeblich, denn sämtliche seinerzeit erhobenen Vorwürfe erwiesen sich nach intensiver Überprüfung vor Ort als aus der Luft gegriffen.

Köln, 9. Februar 1999

Für weitere Fragen steht ihnen Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath gerne zur Verfügung.

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