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Internationales - 14.10.08 von faud1

Freiheit für Kazuhisa Omori! - Wir haben dich nicht vergessen!

Seit den 1980er Jahren berichtet die FAU-IAA immer wieder über den japanischen libertären Sozialisten Kazuhisa Omori. Seit dem 10. August 1976 saß dieser im Gefängnis von Sapporo. Er wurde beschuldigt am 2. März 1976 eine Bombe in ein Regierungsbüro auf Hokkaido gelegt zu haben, durch die zwei Menschen getötet wurden. In erster Instanz fällte ein Gericht im März 1983 das Todesurteil gegen Kazuhisa Omori.

Kazuhisa Omori war Aktivist der Ainu-Minderheit, den UreinwohnerInnen von Hokkaido. In Japan setzten sich mehrere, untereinander zerstrittene Solidaritätsgruppen für den verurteilten Anarchisten ein. Eine internationale Pressekampagne "Free Omori" erreichte den Aufschub der Hinrichtung und ermöglichte so eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Zum Auftackt dieses zweiten Prozesses am 15. Juni 1984 besuchten AktivistInnen der FAU Hamburg sowie der Gewaltfreien Aktionsgruppe Pinneberg das japanische Generalkonsulat in der Hansestadt. Sie erreichten ein Gespräch mit dem Konsul, in dem sie weitere Aktionen ankündigten.

Vier Tage später befanden sich Sprühereien am japanischen Konsulat in München, die auf den Fall aufmerksam machten. Am 16. August 1984 bekam die japanische Botschaft in Bonn von drei Mitgliedern der FAU-IAA Köln. Der Botschafter ließ sich nicht sehen, aber der Rechtsattaché stellte sich einem Gespräch über den "Fall" Kazuhisa Omori und die Todesstrafe in Japan. Zusätzlich führte die FAU-IAA im Geschäftsviertel von Wiesbaden eine Flugblattaktion durch. Schließlich verteilten Mitglieder der FAU-Gruppen aus Köln und Düsseldorf noch Flugblätter im japanischen Zentrum in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

Das Todesurteil wurde leider auch in zweiter Instanz bestätigt. Anlässlich der Verhandlung in dritter und letzter Instanz beteikigte sich die FAU-IAA mit Flugblattaktionen und Protestschreiben an einem Internationalen Aktionstag am 29. März 1988. In den 1990er Jahren wurde Kazuhisa Omori zeitweise von einer Tübinger Gruppe von amnesty international Deutschland betreut, die sich für seine Begnadigung einsetzte. Über seinen Verbleib ist heute leider nur bekannt, dass die Todesstrafe an ihm nicht vollstreckt wurde, nachdem im Jahre 2002 erneut ein Hinrichtungstermin angesetzt worden war.

Die FAU-Düsseldorf bemüht sich gerade darum heraus zu finden ob Kazuhisa Omori noch lebt. Wenn ja, ob und in welchem Gefängnis er gerade sitzt, welche Gefahr für sein Leben aktuell besteht und welche Hilfe wir ihm ggf. zu Teil werden lassen können.

Quelle l FAU. Die ersten 30 Jahre

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