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Internationales - 14.11.03
von fauffm4
Free 'Thessaloniki 7' !
Zur Unterstützung der fünf hungerstreikenden Globalisierungsgegner in Thessaloniki besuchten Mitglieder der FAU-Frankfurt mal wieder das griechische Generalkonsulat.
Flugblätter wurden verteilt, den Konsulatsangestellten der Sachverhalt beschrieben und die Weiterleitung unserer Forderungen an die griechischen Justizbehörden verlangt.
Die Beschäftigten waren sehr kooperativ und wir gehen davon aus, daß unser Besuch und unsere Forderungen den entsprechenden Stellen bekannt gemacht wurde. Im Folgenden unsere Erklärung:
Free "Thessaloniki 7" !
Die FAU erklärt Ihre Solidarität mit den 7 in Thessaloniki seit Juni 2003 gefangenen Globalisierungsgegnern. Wir unterstützen die 5 sich im Hungerstreik befindenden Inhaftierten und fordern:
Die sofortige Freilassung von Suleiman Kastro, Carlos Martin Martinez, Fernando Perez, Simon Chapman, Spiros Tsitsas, Dimitris Friouras, Michalis Trikapis.
Die sofortige Einstellung aller Mißhandlungen an den Gefangenen.
Die Zusicherung, daß keine Abschiebung der Gefangenen statt finden wird.
Die Aufhebung aller im Zusammenhang mit dem EU-Gipfel verhängten Geldstrafen
Die Zusicherung, daß es zu keinen weiteren Festnahmen im Zusammenhang mit dem EU-Gipfel kommen wird.
Hintergrund
Während der breit angelegten Proteste beim EU Gipfel in Thessaloniki (Griechenland) im Juni 2003, kam es zu rund 100 Festnahmen durch die Polizei. Anklage wurde gegen 29 Personen erhoben, von denen 22 mit Auflagen freigelassen wurden. Gegen die übrigen 7 gibt es schwere Anklagen, die zum größtenTeil auf haarsträubenden Polizeikonstrukten basieren. Bekanntestes Beispiel ist der Fall von Simon Chapman, dem ein Rucksack voll mit Molotowcoctails zur Last gelegt wird. Selbst im griechischen Staatsfernsehen war zu sehen, daß Simon während seiner Festnahme einen blauen Rucksack auf hatte, dieser ihm gewaltsam weggenommen wurde und von Polizisten gegen einen anderen, schwarzen ausgetauscht wurde. Der zuständige Richter weigert sich, das Video als Beweismaterial anzuerkennen.
Auch die Verhaftung von Suleiman Kastro erscheint mehr als fragwürdig. Mehrere Zeugen haben ausgesagt, Kastro kurz vor seiner Festnahme, beim Verteilen antirassistischer Flugblätter gesehen zu haben.
Kastro ist syrischer Staatsangehöriger und lebt seit 13 Jahren auf Kreta. Sein illegalisierter Status als politischer Flüchtling endete auch nach seiner Heirat mit einer griechischen Staatsbürgerin nicht. Bereits in Syrien war Suleiman als Mitglied der Construction Worker's Union of Hania aktiv. Auf Kreta beteiligte er sich an den selbstorganisierten Arbeitskämpfen der MigrantInnen und war deshalb den Behörden, wie mehrfache Verhaftungen und Abschiebungsversuche zeigen, ein Dorn im Auge. Bei einer Verurteilung droht ihm die Abschiebung nach Syrien, wo er mit politischer Verfolgung, Folter und im schlimmsten Fall sogar mit der Todesstrafe zu rechnen hat.
Suleiman trat am 21. September als erster der 7 Gefangenen in den Hungerstreik.
Es folgten am 5. Oktober Carlos Martin Martinez, Fernando Perez und Simon Chapman.
Am 7. Oktober schloss sich Spiros Tsitsas ebenfalls dem Hungerstreik an.
Ihre Forderung heißt:
Sofortige Freilassung der 7 inhaftierten Gipfelgegner.
Die Gefangenen wählten dieses letzte Mittel, da sowohl sie, als auch eine immer breiter werdende Solidaritätsbewegung der Auffassung sind, daß hier auf juristischem Weg keine Gerechtigkeit zu erreichen ist. Die Behörden wollen an Ihnen ein Exempel statuieren welches die Anti-Globalisierungsbewegung einschüchtern und von weiteren Protesten abhalten soll.
Für den Staatsapparat spielt es hierbei keine Rolle, ob die Inhaftierten im juristischen Sinne schuldig sind oder nicht.
Die Lage ist lebensbedrohlich!
Der Gesundheitszustand der Streikenden ist inzwischen mehr als kritisch, am vergangenen Wochenende wurden alle in Krankenhäuser gebracht. Insbesondere der Zustand von Kastro, der inzwischen seit 55 Tagen jede Nahrung verweigert, ist lebensbedrohlich. Bereits nach 40 Tagen ohne Nahrungsaufnahme drohen Menschen bleibende Organschäden.
Es ist dringend!
Die Situation ist kritisch und die Zeit spielt nicht zu unserem Vorteil!
Lassen wir sie nicht alleine!
Ein geeignetes Formular, Protest auszudrücken, befindet sich auch auf der Webseite der griechischen Botschaft:
www.griechische-botschaft.de.
F.A.U. - Frankfurt
Gewerkschaft für alle Berufe
Mühlgasse 13
60486 Frankfurt
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